
Busan-Konferenz: Schritte in die Richtige Richtung - Autobahn an der Grenze zu Südkorea © Belkin
Busan-Konferenz in Südkorea: Eine Bewertung der neuen “Partnerschaft für wirksame EntwicklungszusammenarbeitIm BEXCO, dem Konferenzgebäude im südkoreanischen Busan, herrschte zum Abschluss festliche Stimmung: Der koreanische Premierminister pries das Ergebnis der Konferenz als einen historischen Moment. Und tatsächlich scheint die verabschiedete “Busan Partnerschaft für eine wirksame Entwicklungszusammenarbeit” ein Schritt in die richtige Richtung zu sein – wenngleich es auch politische “Kröten” zu schlucken gibt. Weiterlesen →

Viel zu tun in Durban: Delegierte auf der Klimakonferenz © AFP/Getty Images
Es sind nur noch zwei Tage und vermutlich eine lange Nacht bis zum Ende der Konferenz hier in Durban. Mir fällt es immer schwerer einzuschätzen, wie gut am Ende das Ergebnis sein wird.
Inzwischen sind zumindest alle Minister angereist, die letzte Phase der Verhandlungen hat also begonnen. Die Delegationsbüros befinden sich im Erdgeschoss des Kongresszentrums, der umgebauten Tiefgarage. Ein Zeichen dafür, dass hier wirklich ernsthaft gearbeitet wird, versicherte die Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention. Denn luxuriös ist das in der Tat nicht. Beim Briefing in diesen Katakomben mussten wir Kopfhörer tragen, weil die Akustik so mies war – gegen die unerträgliche Hitze halfen sie nicht.
Heute haben wir die Rede der indischen Umweltministerin gehört. Jayanthi Natarajan ist eine beeindruckende Frau, die das Dilemma vieler armer Länder sehr gut auf den Punkt gebracht hat. Ihre Worte fanden vor allem bei den afrikanischen Vertretern viel Zustimmung. Indien, so die Ministerin, werde einem global verbindlichen Vertrag nur zustimmen, wenn darin eine gerechte Verteilung der Lasten und Pflichten festgehalten sei. Weiterlesen →

Tadschikistan 2011: Durstlöschen mit Brunnenwasser © Ohlenbostel
Bei der Klimakonferenz in Durban ist heute die 2. Verhandlungswoche angebrochen. Unser Team von der Welthungerhilfe hat Verstärkung bekommen: Vadim aus Tadschikistan, Nivedita aus Indien und Jasmin aus der Bonner Zentrale sind angekommen. Gemeinsam verfolgen wir den Fortgang der Verhandlungen und setzen uns für eine stärkere Berücksichtigung der Interessen der Armen bei der Klimakonferenz ein. Viel steht auf dem Spiel.
Mit den Kollegen aus unseren Projektländern tauschen wir uns darüber aus, wie der Klimawandel in den letzten Monaten unsere Arbeit erschwert hat. In Tadschikistan gibt es viele Trinkwasserprobleme, die Gletscher schmelzen und wir machen uns Sorgen, wie das in der Zukunft weitergehen soll. Indien leidet unter allem, was man als Folgen des Klimawandels beschreiben kann: Der Monsunregen ist ausgeblieben – mit katastrophalen Folgen für die Ernte. Der Meeresspiegel steigt und in Folge dessen versalzen in Westbengalen die Grundwasservorräte.

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Kenia 2011: Die Dürre in Ostafrika wird durch den Klimawandel noch verstärkt.
Kaum hat die UN-Klimakonferenz in Durban begonnen, sind die Verhandlungen zum Klimaschutz auch schon festgefahren. Das hatten wir bereits befürchtet. Dabei hatte alles so gut begonnen: Das Engagement der Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus der ganzen Welt war bisher wirklich beeindruckend und die Südafrikaner haben die Konferenz toll organsiert.
Doch ausgerechnet die EU und Kanada haben hier in den ersten Tagen für Aufsehen und Verwunderung gesorgt. Zankapfel war zunächst die Verlängerung des Kyoto-Protokolls. Kanada hat direkt klargestellt, dass es für eine zweite Verpflichtungsperiode nicht bereit sei. Die EU hat in das andere Horn gestoßen und erklärt, dass sie keine fünfjährige sondern eine achtjährige Verlängerung anstreben. Doch wenn sich die EU durchsetzt, wird die Verabschiedung eines neues Abkommens, das alle Länder umfasst, noch weiter nach hinten geschoben – nämlich bis 2020! Viele NGOs finden die Haltung der EU und Kanadas nicht nur unverständlich sondern auch unakzeptabel. Weiterlesen →

Mais wird immer öfter zu Treibstoff verarbeitet. © Lohnes
Liebe Leserinnen und Leser,
in Deutschland und anderen Industrieländern geben die Menschen durchschnittlich rund zehn Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Die wenigsten wissen, was es bedeutet, sich das Gemüse in der Auslage oder das Brot an der Theke nicht mehr leisten zu können. In Kenia, Somalia, Äthiopien und vielen anderen Ländern kennt man das Gefühl jedoch nur zu gut. Zwischen 50 und 80 Prozent ihres Einkommens investieren Menschen in Entwicklungsländern in Nahrungsmittel. 2008 gab es eine Welle des Protestes aufgrund gestiegener Nahrungsmittelpreise in zahlreichen ärmeren Ländern. Die Menschen haben ihrem Ärger und ihren Sorgen auf der Straße – teilweise auch gewaltsam – Luft gemacht. Damals waren die Preise hoch. Heute sind sie höher. Weiterlesen →
Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Jürgen Mika verteilt im Flüchtlingslager Dadaab Wasserkanister.
Seit zwei Wochen bin ich als Nothelfer nun in Dadaab, dem größten Flüchtlingslager der Welt. Schon bevor ich hierher kam, wusste ich, dass Dadaab riesig ist und viele Menschen hier leben. Trotzdem war ich schockiert, als ich das Lager gesehen habe. Es ist trostlos: Mitten in der Wüste, nur Dornenbüsche und unendlich viel Sand. Und es ist drückend heiß. Weiterlesen →
Liebe Leserinnen und Leser,

Bärbel Dieckmann im Flüchtlingscamp Dadaab.
gerade bin ich von einer Reise aus Kenia zurückgekehrt, auf der ich Dirk Niebel, den Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, begleitet habe. Eines meiner eindrücklichsten Erlebnisse war mein Besuch im östlich gelegenen Flüchtlingslager Dadaab. Weiterlesen →
Liebe Leserinnen und Leser,

Nothelfer Gunther Schramm spricht mit Dorfbewohnern im Nordosten Kenias. Die Menschen leiden unter der schwersten Dürre seit 60 Jahren.
für eine Woche hat mich die Welthungerhilfe in den Norden Kenias geschickt, um die Auswirkungen der aktuellen Dürre systematisch zu erfassen und die erforderlichen Nothilfemaßnahmen vorzubereiten. Als Nothelfer reise ich immer dorthin, wo Menschen aufgrund einer Katastrophe oder eines Konflikts dringend schnell Hilfe benötigen. Diese Gegend kenne ich besonders gut, denn ich habe mehr als vier Jahre als Kameltierarzt in den trockenen Gebieten Nordkenias gearbeitet. Auch wegen dieser persönlichen Beziehung zu der Region, den Menschen und ihren Problemen bereitet mir die Dürre große Sorge. Weiterlesen →

Im südsudanesischen Bahr al-Ghazal sind viele neue Dörfer entstanden, deren Bewohner aus dem Nordsudan in ihre alte Heimat zurückkehrten. Doch die Situation der Menschen ist dramatisch.
Juba, bald Hauptstadt des jüngsten Staates Afrikas, wird für den großen Tag herausgeputzt. Angestrengt werden hier und da an den Hauptstraßen grünes Gestrüpp gepflanzt oder Flächen bewässert, damit am 9. Juli 2011 – dem Tag an dem der Südsudan offiziell seine Unabhängigkeit erlangt – wenigstens etwas grünes Gras zu sehen ist. Die Menschen in den Neusiedlungen für Rückkehrer aus dem Nordsudan werden jedoch auch am 9. Juli nicht viel zu feiern haben. Der lang ersehnte Tag der Befreiung hat zu viel gekostet. Mehr als zwei Millionen Menschen haben während des langen Bürgerkrieges ihr Leben verloren. Getrennte Staaten, endlich Frieden, keine Toten mehr. Von wegen! Weiterlesen →
Ein Interview mit Jürgen Mika

Zuhören und Bedürfnisse erfassen - das muss ein Nothelfer auch in Extremsituationen können: Jürgen Mika (r.) nach der Flutkatastrophe in Pakistan. © Grossmann
Jürgen Mika (41) gehört seit über fünf Jahren zum Nothilfeteam der Welthungerhilfe. Von seiner Wahlheimat in Simbabwe aus fliegt er in Katastrophengebiete, um als Ersthelfer den Einsatz der Welthungerhilfe zu koordinieren. Im Gespräch erzählt er, wie diese Einsätze aussehen.
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