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Schritt für Schritt voran – Haiti ein Jahr nach dem Erdbeben

Liebe Leserinnen und Leser,

Stück für Stück werden die zerstörten Häuser und Straßen neu aufgebaut © Coulanges

Stück für Stück werden die zerstörten Häuser und Straßen neu aufgebaut © Coulanges

erinnern Sie sich noch daran, was Sie am 12. Januar 2010 taten, als Sie von dem verheerenden Erdbeben in Haiti erfuhren? Ich sehe alles noch ganz genau vor mir: Wie das Telefon klingelte und meine Welthungerhilfe-Kollegen mich über die Katastrophe informierten. Weiterlesen

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Wir konnten viel bewegen – Ein Rückblick auf das Jahr 2010

Liebe Freundinnen und Freunde der Welthungerhilfe,

ein hartes, intensives Jahr geht zu Ende, in dem – so schien es oft – ein Ereignis das nächste gejagt hat. Stand nicht eben erst Afrika im Zentrum der Aufmerksamkeit, bei einer Vuvuzela-verlärmten Fußball-WM? Und die Flut in Pakistan – ist das Wasser eigentlich schon abgeflossen? Und Haiti? Wirklich schon ein Jahr her, das furchtbare Erdbeben – und gleich danach die Wirbelstürme, die Cholera, die Gewalt. Ein Land, das alleine schon überfordern kann, durch die Vielzahl der schwierigen und schrecklichen Ereignisse. Und ist da nicht auch noch der Sudan, der Kongo, Afghanistan…? Unsere engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in diesem Jahr so manches Mal an die Grenze der Belastung und darüber hinaus gelangt. Aber es hat sich gelohnt, denn wir konnten auch unglaublich viel bewegen. Weiterlesen

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Trotz kleiner Erfolge wurde in Cancún kein verbindliches Klimaschutz-Abkommen beschlossen

In letzter Minute ist es der mexikanischen Präsidentschaft bei den Klimaverhandlungen tatsächlich gelungen, den teilnehmenden Staaten einen Kompromiss abzuringen. In den Vereinbarungen von Cancún werden erstmals freiwillige Emissionsziele von Industriestaaten und Entwicklungsländern (darunter China) anerkannt. Außerdem wurde das Erreichen des 2 Grad Zieles und die Einrichtung eines Grünen Klima Fonds beschlossen. Industrieländer haben zugesagt bis 2012 30 Milliarden US-Dollar für Anpassung und Minderung zur Verfügung zu stellen, wobei Anpassungsmaßnahmen für besonders gefährdete Länder, wie zum Beispiel die Inselstaaten, Priorität haben. Für eine längerfristige Finanzierung sollen bis 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar bereit gestellt werden. Weiterlesen

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UN-Klimakonferenz in Cancún: Nicht genug für effektiven Klimaschutz und Armutsbekämpfung

Seit mehr als einer Woche verhandeln Delegierte aus der ganzen Welt im mexikanischen Cancún über Klimaschutzfragen. Eines steht schon jetzt fest: Eine internationale Einigung auf verbindliche Klimaschutzziele wird auch bei dieser UN-Konferenz nicht zustande kommen. Weiterlesen

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Jörg Pilawa: „Die Menschen in Haiti haben meinen Respekt und Unterstützung verdient“

Ich komme mit dem Flieger zurück nach Deutschland und weiß, dass ich in eines der ärmsten Länder dieser Erde besucht habe: Haiti. Das Land war schon vor dem Erdbeben im Januar 2010 das ärmste Land der westlichen Hemisphäre: 80 Prozent der Bevölkerung leben unter dem Existenzminimum von einem US-Dollar am Tag, 60 Prozent sind Analphabeten und 7,2 Prozent der Kinder Haitis unter fünf Jahren erleben nicht ihren fünften Geburtstag. Doch obwohl ich all das vorher wusste, bin ich erschüttert. So hätte ich es mir nicht vorgestellt.

Und dann noch das ungute Gefühl bei dem Gedanken an die Cholera, der inzwischen schon hunderte Haitianer zum Opfer gefallen sind. Aber für mich war beruhigend, dass Michael Kühn von der Welthungerhilfe mich während meiner Reise dort begleitete. Zehn Jahre hat er auf Haiti gelebt und alles dort gesehen – auch das Erdbeben. Weiterlesen

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Das Wichtigste zuerst: Nahrung und ein Dach über dem Kopf für Flutopfer in Pakistan

Hundert Tage sind seit dem Einsetzen der massiven Monsun-Regenfälle in Pakistan vergangen. Ich bin für ein paar Tage in das Katastrophengebiet gereist, um mir selbst ein Bild von der aktuellen Lebenssituation der Menschen und unserer Arbeit vor Ort zu machen. In der schlimm verwüsteten Region Mussafarghar im Punjab sind nicht nur viele Häuser und Straßen zerstört sondern auch die Ernten wurden weggespült. Hier versorgt die Welthungerhilfe derzeit an zwei Verteilstationen etwa 140.000 Menschen, die durch die Flut alles verloren haben, mit Lebensmitteln. Das läuft so gut, dass Projektleiter Mike Bratzke und Nothelfer Jürgen Mika mit ihren Hilfspaketen zukünftig drei Verteilstationen ansteuern können. So können wir täglich etwa 2.000 Menschen helfen. Weiterlesen

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Wieder in Pakistan: „Wir können uns noch lange nicht zurücklehnen“

Vergangene Woche bin ich ins Katastrophengebiet in die Provinz Punjab zurückgekehrt. Im September war ich das letzte Mal als Nothelfer in Pakistan. Seitdem hat sich die Situation komplett verändert. Ich kann kaum glauben, dass hier vor kurzem noch alles unter Wasser stand und wir mit der Nahrungsmittelhilfe begonnen haben. Lediglich in der Provinz Sindh sind nach wie vor riesige Gebiete überflutet. Hier in Punjab hingegen ist das Wasser fast verschwunden. Nur ein paar Pfützen deuten darauf hin, dass vor kurzem noch Straßen und Häuser überschwemmt waren.

Die Camps, in denen die Opfer der Flutkatastrophe leben mussten, sind fast alle wie leergefegt. Die meisten Menschen konnten in ihre Dörfer zurückkehren, viele von ihnen wohnen schon wieder in ihren Häusern. Familien, deren Häuser durch die Überschwemmungen zerstört worden sind, sind bei Nachbarn oder Angehörigen unterkommen. Das ist zwar eng, aber eine deutliche Verbesserung zum Leben im Camp. Nun beginnen die Menschen ihren Alltag neu zu organisieren: Die beschädigten Häuser, Straßen, Brücken und Brunnen müssen ausgebessert oder neu aufgebaut werden, Felder und Weideflächen wieder nutzbar gemacht werden. Es bleibt viel zu tun für die Menschen. Die Welthungerhilfe unterstützt sie dabei. Weiterlesen

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Warum sterben jährlich noch immer Millionen Kinder an den Folgen von Unterernährung?

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wussten Sie, dass in Entwicklungsländern etwa ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren zu klein für ihr Alter und damit unterentwickelt sind? Das sind etwa 195 Millionen Kinder – eine erschreckende Zahl. Der Welthunger-Index 2010 zeigt: Unterernährung bei Kindern ist einer der Hauptgründe dafür, dass der Hunger weltweit weiterhin existiert. Und neuere Erkenntnisse belegen, dass es entscheidend für die weitere Entwicklung eines Kindes ist, Unterernährung in den 1.000 Tagen zwischen Empfängnis und der Vollendung des zweiten Lebensjahres zu bekämpfen.

Warum sind ausgerechnet diese ersten 1.000 Tage für den weiteren Lebensweg so entscheidend?

Gerade in dieser Zeit haben Kinder den größten Bedarf an speziellem Schutz sowie an ausreichender und gesunder Nahrung. Deshalb ist dann auch die Chance am größten, mit Gegenmaßnahmen Unterernährung und damit Fehlentwicklung vorzubeugen. Wenn aber Mütter und Kinder innerhalb der ersten 1.000 Lebenstage an Unterernährung leiden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese Kinder später nicht so lange die Schule besuchen, weniger verdienen und nur ein schwaches Immunsystem haben. Dies macht sie anfälliger für Krankheiten und schränkt ihre Lebenserwartung ein. Körperliche und geistige Fehlentwicklungen, die bis zum zweiten Lebensjahr durch Unterernährung entstehen, sind später kaum noch rückgängig zu machen. Weiterlesen

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Hoffnungen auf Zusagen haben sich durch Merkels Rede beim Weltarmutsgipfel nicht erfüllt

Liebe Leserinnen und Leser,

gestern hat Angela Merkel beim Weltarmutsgipfel in New York ihre Rede gehalten. Unsere Hoffnungen auf neue Zusagen und konkrete Aktionen oder vielleicht eine überraschende Initiative haben sich dabei nicht erfüllt. Die Frage bleibt: Warum kann Deutschland nicht das erreichen, was andere, wirtschaftlich weniger starke Länder in der Europäischen Union offensichtlich können – trotz Wirtschafts- und Finanzkrise? Frankreich hat seine Entwicklungshilfe erhöht, ebenso Großbritannien und Finnland. Spanien und Belgien schreiten voran. Fünf Länder, unter anderen die Niederlande und Schweden, haben schon seit Jahren das sogenannte 0,7 Prozent-Ziel erreicht und setzen damit 0,7 Prozent  ihres Bruttonationaleinkommens für entwicklungspolitische Zwecke ein.

Frankreichs Staatspräsident Sarkozy hat Montag in New York mehr Mittel für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV&Aids, Malaria und Tuberkulose in Aussicht gestellt. Deutschland will hingegen seinen Beitrag zum Globalen Fonds deutlich kürzen. Am Montag hatten der äthiopische Präsident Girma Woldegiorgis und andere Gäste bei der von Angela Merkel geleiteten Panel-Diskussion über Entwicklungspolitik die geplanten Kürzungen stark kritisiert. Angela Merkel hat jetzt versprochen, sich dafür einzusetzen, dass Deutschland den Fonds und die Bemühungen um eine Verbesserung der Gesundheitssituation auch weiterhin auf hohem Niveau unterstützt. Weiterlesen

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Weltarmutsgipfel in New York: Mehr als politisches Versagen

Liebe Leserinnen und Leser,
heute hat der Weltarmutsgipfel in New York begonnen– und damit auch die Überprüfung, wie die Millenniums-entwicklungsziele, kurz MDGs, umgesetzt wurden; Ziele, die im Jahr 2000 zur Verringerung von Armut, Hunger und Geschlechterdiskriminierung vereinbart wurden. Viele Einzelheiten waren schon vor dem Start des dreitägigen High-Level Meetings bekannt. So hat der  EU-Kommissionschef Barroso zum Beispiel verkündet, dass die Europäische Union zusätzlich eine Milliarde für die Umsetzung der MDGs eingeplant hat. Das Versprechen hat jedoch zwei Haken: Leider werden nicht mehr Gelder bereit gestellt – sie sind bereits im Europäischen Entwicklungsfonds enthalten. Außerdem ist nicht klar, wofür sie genau verwendet werden sollen.

Neben den Reden der Staats- und Regierungschefs gibt es im Rahmen des Gipfels sechs runde Tische zu Schwerpunktthemen der Armuts- und Hungerbekämpfung. Diskussionen zum Abschlussdokument wird es nicht mehr geben – auch das liegt bereits vor. Und erwartungsgemäß ist es ziemlich enttäuschend: Es wird keinen konkrete Aktionsplan geben, wie von der Welthungerhilfe und anderen Organisation gefordert wurde. Ein Plan wäre aber dringend notwendig, um zumindest einen Teil der Entwicklungsziele noch bis 2015 zu erreichen. Weiterlesen

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