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Aktuelle Einträge
18. Juni 2010

Bürgerkrieg in Kirgistan: Warum die Welthungerhilfe sich engagieren muss!

Rauchschwaden über den Regionen in Kirgistan, wo Kampfhandlungen stattfinden.

Gestern traf ich in Bonn zufällig eine alte Bekannte. Und sie erinnerte sich daran, dass ich über acht Jahre lang für die Welthungerhilfe in Zentralasien gearbeitet habe. Sie fragte mich, was denn in Kirgistan los sei? Warum denn dort plötzlich Nachbarn und sogar Freunde aufeinander losgehen? Wie kann es sein, dass Hunderttausende Frauen und Kinder aus ihrer Heimat fliehen? Hat es denn Sinn, dass die Welthungerhilfe hier mit Nahrungsmitteln helfen will, wenn die Katastrophe von den Menschen selbst verzapft wurde? Ich stand den Fragen zunächst ratlos gegenüber. Klar, warum sollen wir jetzt mit der Hilfe unserer Spenderinnen und Spender diese Suppe auslöffeln?

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Kategorie Kirgistan
15. Juni 2010

Dürre im Niger: Wie schlimm ist die Katastrophe wirklich?

Dieses Bild habe ich aus dem Auto gemacht. Die Hitze war unerträglich. Es zeigt die trockene Landschaft nordwestlich von Niamey im Niger. © Peyre-Koch Schon seit Wochen beobachten wir, die Welthungerhilfe, die Situation im Niger. Vor ein paar Tagen bin ich dann in die Krisenregion geflogen, nach Niamey, das liegt im Südwesten des Nigers, um mir die Lage vor Ort anzuschauen und zu analysieren. Denn es mehren sich die Vermutungen, dass im Niger wieder eine dramatische Hungerkatastrophe ausbrechen könnte. So prüfe ich, ob und wie die Welthungerhilfe helfen kann. Die letzte große Hungersnot war 2005. Diese war verheerend, da die internationale Gemeinschaft nicht schnell genug reagiert hat.

Seit über 22 Jahren arbeite ich schon in der Entwicklungszusammenarbeit. Ich war bereits auf vielen Dienstreisen in den unterschiedlichsten Ländern. Dennoch kann man nicht von Routine sprechen. Und so waren die Vorbereitungen zu dieser Reise sehr hektisch und anstrengend. Es muss an so viel gedacht werden, um optimal vorbereitet zu sein: Medikamente, vor allem Malariaprophylaxe, Kleidung für unterwegs in extrem ländlichen Gebieten (es herrschen Temperaturen von mindestens 40 Grad), verschiedene Arbeitsmaterialien wie Laptop, Drucker, Fotoapparat, Satelliten-Telefon, Taschenlampe, Moskitodom etc.

In der letzten Nacht vor dem Abflug habe ich schlecht geschlafen. Was erwartet mich im Niger? Wie schlimm ist die Situation wirklich? Und – haben wir die Kapazitäten, im Notfall helfen zu können? Mitten in der Nacht klingelte dann der Wecker, um 7:45 Uhr saß ich in der Maschine gen Afrika.

Am Flughafen in Niamey schlägt mir die Hitze entgegen. Nach der Ankunft melde ich mich bei unseren Kollegen, die in den Nachbarländern Burkina Faso und Mali für die Welthungerhilfe arbeiten. Wir tauschen die aktuellsten Informationen aus und besprechen das weitere Vorgehen.

Ich sehe verendete Tiere nicht zum ersten Mal. Doch jedes Mal macht es mich furchtbar betroffen. Diese Kadaver habe ich bei Kokorou fotografiert, im Nordwesten von Niamey im Niger. © Peyre-Koch

Viele Termine warten nun auf mich. Zum Beispiel treffe ich mich mit dem Welternährungsprogramm um zu prüfen, ob wir Nahrungsmittel für Verteilungen an die Bedürftigen erhalten können. Den dafür zuständigen Ansprechpartner kenne ich noch aus früheren Zeiten, in denen ich für Projekte in Madagaskar zuständig war. Das erleichtert den Einstieg und die Kommunikation erheblich. Auch stehen Gespräche an mit der lokalen Hilfsorganisation “Afrique Verte”, mit der wir zusammenarbeiten möchten. Zudem müssen Nothilfeanträge, Berichterstattungen etc. geschrieben werden. Erste Fahrten durch die ländlichen Gebiete in der Nähe von Niamey vermitteln mir einen Eindruck von der Dürre: glühend-flimmernde Hitze, staubtrockene Böden und verendete Tierkadaver am Wegesrand.

Ich werde weiter aus dem Niger berichten. Und wenn Sie möchten, stellen Sie mir gerne Fragen oder schreiben Kommentare.

Bis dahin viele Grüße  von

Caroline Peyre-Koch [mehr]

7. Juni 2010

“Es gibt keinen Grund, resigniert mit der Schulter zu zucken.”

Liebe Freundinnen und Freunde der Welthungerhilfe!

Anbau von Gemüse und Obst in Ecuador: Mit Unterstützung der Welthungerhilfe betreut die Partnerorganisation CESA (Central Ecuatoriana de Servicios Agricolas) ein Projekt zur Feldbewässerung.Im vergangenen Jahr hat uns die Nachricht erschüttert, dass die Zahl der Hungernden erstmals eine Milliarde überschreitet. Wir als Welthungerhilfe werden nicht müde, auf diese menschliche Tragödie hinzuweisen. Eine Milliarde – das ist so eine große Zahl, dass sie auch lähmend wirkt und viele Menschen resigniert die Schultern zucken – Welthungerhilfe? Bringt das überhaupt was?

Ich möchte Sie hier dazu einladen, die Dinge auch einmal anders zu sehen. In den späten 1950er Jahren lag die Zahl der Hungernden schon einmal dicht an der Milliardengrenze: Dürren, vor allem in Afrika und Asien, bedrohten Millionen Menschen. Es war die Zeit, in der die erste globale Hungerkampagne gestartet wurde, die “Freedom from Hunger Campaign”, aus der 1962 die Welthungerhilfe hervorging.

Wenn heute eine Milliarde Menschen hungern – ist das nicht eine dramatische Niederlage? Ich denke nein, denn der Anteil der hungernden Menschen an der Weltbevölkerung ist dramatisch gesunken. Mitte der sechziger Jahre lebten 3,3 Milliarden Menschen, jeder dritte hungerte, nur zwei Milliarden hatten genug zu essen. Seitdem hat sich die Weltbevölkerung auf knapp sieben Milliarden verdoppelt. Ja, es ist richtig, jeder siebte hungert – aber sechs Milliarden haben genug zu essen. Die Schlagzeile müsste also lauten: Milliarden Menschen sind satt!

Natürlich können wir uns mit der einen Milliarde nicht abfinden, zumal der Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung seit den neunziger Jahren und, verschärft durch die Finanzkrise, wieder steigt. Aber die Botschaft ist wichtig: Erfolge, sogar große Erfolge sind möglich. Was hat funktioniert? Die Produktivität beim Anbau von Grundnahrungsmitteln wurde erhöht, natürliche Ressourcen werden mittlerweile als kostbar wahrgenommen und geschützt, regionale Märkte werden entwickelt, und zwar vor allem dort, wo Nahrung produziert wird – auf dem Land.

Die Welthungerhilfe stellt heute Ihren Jahresbericht 2009 der Öffentlichkeit vor - Beispiele für erfolgreiche Projektarbeit finden Sie hier in Vielzahl. Diese Beispiele machen Mut. Es gibt keinen Grund, resigniert mit der Schulter zu zucken. Und wir sind froh und dankbar, dass uns unsere Spender und öffentlichen Geber so kraftvoll auf diesem Weg unterstützt haben.

Um noch mehr Menschen für das gemeinsame Ziel der weltweiten Armutsbekämpfung in der globalisierten Welt zusammenzubringen, hat die Welthungerhilfe 2009 den neuen Leitgedanken “Träume verbinden” entwickelt. Dadurch will die Welthungerhilfe die Kraft der ganz persönlichen Träume mobilisieren. Unterstützte und Unterstützer werden näher zusammenrücken. Entwicklungszusammenarbeit bekommt eine neue Dimension, in der die Begegnung und das Mitgestalten im Zentrum stehen.

Lassen Sie sich begeistern, von Erfolgen und gemeinsamen Träumen! Wir freuen uns darauf!

Ihr Wolfgang Jamann [mehr]

Kategorie Allgemein
21. April 2010

Haiti hundert Tage danach: Herausforderungen und Hoffnungsschimmer

Liebe Leserinnen und Leser,

Vor Ort sein und die Bedürfnisse der Menschen erfahren: Dr. Wolfgang Jamann in Haiti im März 2010. © Aberle hundert Tage ist es her, dass eine beispiellose Katastrophe den Karibikstaat Haiti erschüttert hat: Über 230.000 Menschen kamen ums Leben, die Zerstörungen sind gewaltig. Eine gigantische Herausforderung für alle Betroffene wie Helfer. Aber es scheint, als sei die ganze Welt entschlossen, die Haitianer beim Neuanfang zu unterstützen – auch Sie gehören dazu!

Und die Haitianer gehen selbst Schritt für Schritt aus dem Elend in die Zukunft. Da ist zum Beispiel Viviane Leclerc, 23 Jahre alt. Die zweifache Mutter hatte beim Erdbeben ihr ganzes Hab und Gut verloren. In Petit-Goâve gehörte sie zu den Frauen, die sich bei der Welthungerhilfe ein Nahrungsmittelpaket abholten – Reis, Bohnen, Öl, Salz. “Wir sind es gar nicht gewohnt, dass Versprechen eingehalten werden”, freute sie sich.

Starke Frauen, die sich von dem Erdbeben nicht unterkriegen lassen: BrimĂ© Francoise und Jean Roselanne. © AberleOder Jean Roselanne und BrimĂ© Francoise. Sie nehmen gegen Bezahlung an einem Arbeitsprogramm der Welthungerhilfe in Jacmel teil. Es ist bitter die Trümmer abzuräumen, die einmal das eigene Heim waren. Aber: “Die Arbeit hilft uns, nicht so viel nachzudenken”, sagt Jean Roselanne. “Es muss doch weitergehen, irgendwie.”

Bei meinem Besuch in Haiti im März sprach ich mit Mona Lapaienne. Sie hatte beim Erdbeben ein Kind verloren, es hieß Vana. Sie war eine der ersten Opfer, die ein großes festes Zelt bekommen hat, das nun auf ihrem frei geräumten Grundstück steht. Deshalb hat sie Verwandte aufgenommen; vierzehn Menschen leben jetzt auf engem Raum, aber sie wissen, die Hilfe aus Deutschland geht weiter und bald können mehr Menschen in festen Zelten oder reparierten Häusern leben.

Nur drei Beispiele von vielen, denen die Welthungerhilfe in der ersten Not Hilfe und eine Perspektive geben konnte. Ich habe mich persönlich vor Ort überzeugt, dass unsere Arbeit einen Unterschied für die Menschen macht. Unterstützen Sie uns weiterhin!

Herzlichst,

Ihr Wolfgang Jamann [mehr]

Kategorie Haiti
15. März 2010

Building Back Better: Haiti kann mehr, die Vergangenheit hat es gezeigt

Wolfgang Jamann besucht die Verteilungsstationen - und packt selber mit an. © Aberle Eine Woche sind wir durch das zerstörte Haiti gereist. Wir haben die Menschen in den Flüchtlingslagern besucht, den Verteilungen beigewohnt, Gespräche mit Ministern geführt. Und am Ende dieser aufwühlenden Reise bleibt uns die bittere Erkenntnis: Haiti muss anders, kann anders werden: Denn bis vor ungefähr vierzig Jahren war Haiti ein attraktiver Spot mit blühendem Tourismus und einer florierenden landwirtschaftlichen Produktion. Ein Leben wie dieses haben die Menschen des Inselstaates nicht verdient.

Wir erkunden diese fruchtbare Insel und können die Fragen nicht verdrängen, warum hier soviel Armut und Hunger herrscht. Warum die Häuser nicht so stabil sind wie in Chile, wo ein weit schlimmeres Beben viel weniger Opfer verursacht hat.

Zerstörte Insel, zerstörtes Haiti. Noch Jahre wird es dauern, bis die Spuren der Katastrophe verwischen werden. © Aberle In den vergangenen Wochen haben die Aufräumarbeiten begonnen. Wer durch die Straßen von Port-au-Prince, Jacmel oder Petit-Goâve fährt, sieht überall Räumtrupps mit Hacken, Schubkarren, Schaufeln, Besen. Die Arbeit schafft ein kleines bisschen Aufbruchstimmung auf dem Weg zurück in die Normalität. Und sie bringt den Menschen ein Einkommen durch sog. Cash-for-Work-Programme: Schutt wird geräumt gegen Bezahlung, damit die Menschen ein erstes Einkommen nach der Katastrophe haben.

Cash-for-Work, eine sinnvolle Schaffung von Einkommen: Die Helfer räumen den Schutt von den Straßen, dafür erhalten sie einen Lohn. © AberleDoch all das reicht uns nicht. Wir setzen uns jetzt schon damit auseinander, wie wir aus dem Desaster eine Chance machen können: Ein Wiederaufbau des Landes ist das falsche Ziel - wer will schon in den Verhältnissen leben die vor dem zerstörerischen Beben herrschten? Vielmehr braucht es einen Neuanfang mit dem Ziel, dieses Land aus dem so unnötigen Elend herauszubringen, die Landschaften wieder blühen zu lassen, den Menschen Perspektiven zu schaffen. ‘Building Back Better’ - hier sollte der Anspruch internationaler Katastrophenhilfe, der so oft formuliert wird, endlich eingehalten werden.


Die Herausforderungen sind riesengroß. Haiti war schon vor dem Erdbeben ein schwacher Staat. Jetzt fehlen an den Schaltstellen die Personen, die für den Neuanfang dringend benötigt würden. Zahlreiche gut ausgebildete Männer und Frauen, die wichtige Positionen inne hatten, kamen ums Leben. Hunderttausende junge Menschen sind vor den Folgen des Desasters geflüchtet. Port-au-Prince ist zerstört, die Wälder sind abgeholzt, das Land ist hoch verschuldet, es gibt wenig Infrastruktur für Wasser, Strom, Kommunikation, Mobilität. Und auch die internationale Gebergemeinschaft in Haiti hat es hart getroffen. Sowohl bei den Vereinten Nationen als auch bei der Europäischen Gemeinschaft kamen ranghohe Vertreter ums Leben. Sie verloren Familienangehörige oder leiden noch heute an den Folgen dieses traumatischen Erlebnisses. Nicht zuletzt wurden viele wichtige Dokumente, Akten und Daten zerstört.

Wolfgang Jamann im Gespräch mit einem Soldaten, der die Verteilungen überwacht, um gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhinder. © Aberle In diesen Tagen reichen sich Staatschefs bei der haitianischen Regierung die Klinke in die Hand: der kanadische Premierminister Stephan Harper, der französische Präsident Nicolas Sarkozy oder die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton. Auf der internationalen Konferenz für Wiederaufbau am 31. März in New York werden sicher hohe Finanzzusagen gemacht. Hier und da war von einem “Marshall-Plan” für Haiti die Rede. Aber ist das wirklich realistisch? Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg war im Zentrum der politischen Interessen der Supermächte. Und auch wenn die Industrie in großen Teilen zerstört war, so konnte man an die Wirtschaftsmacht, die Deutschland vor dem Krieg war, wieder anknüpfen.

Und Haiti? Nach wechselnden Diktaturen, Jahren der Instabilität und der internen Querelen gab es vor dem Erdbeben Zeichen des Aufbruchs und der Stabilisierung: eine neue Regierung, eine verstärkte UN-Präsenz, aufgefrischte ökonomischer Aktivität in der Hauptstadt. Daran muss die internationale Gemeinschaft anknüpfen. Mit Mitteln für eine langfristige, nachhaltige Entwicklung, welche jetzt zum Beispiel schon in Cash-for-Work-Programmen unmittelbar den Armen zugute kommen. Und welche die Potenziale des ländlichen Raumes fördern sollten, damit nicht noch mehr Menschen in den Moloch Port-au-Prince ziehen müssen, weil sie auf dem Lande noch kein Einkommen erzielen können.

Also heißt es, nicht schnell viel Geld ausgeben, sondern auf gut geplante, langfristig angelegte Programme zu setzen. Es ist nicht unmöglich. Vor mehreren Jahrzehnten lebten die Menschen in Haiti ein anderes Leben, ein besseres. Viele Touristen strömten in das Land und sorgten für mehr Wohlstand. Die Erträge der Landwirtschaft waren üppig. All das sollte sich die internationale Gemeinschaft immer vor Augen halten. Denn die Menschen in Haiti haben genug gelitten.

Schreiben Sie mir, wenn Sie mögen.

Viele Grüße,

Wolfgang Jamann [mehr]

5. März 2010

Kambodscha: Typhoon Ketsana brachte Unglück über das Milleniumsdorf Kanat Toch

In Kanat Toch zeigen uns die Bewohner, wie hoch das Wasser nach dem Typhoon Ketsana in ihren Häusern stand.  © GrossmannDie Menschen von Kanat Toch erzählen mir, wie in der Nacht vom 29. auf den 30. September das Unglück über das Dorf kam. In dieser Nacht zog der Typhoon Ketsana über Asien. Viele Bemühungen der letzten Jahre gingen im Wind und Starkregen unter. Zum Glück kam im Millenniumsdorf kein Mensch ums Leben, weil es eine rechtzeitige Warnung gab und alle Menschen fliehen konnten. Doch das Wasser stand mehrere Meter hoch und reichte trotz der Stelzenbauweise bis in die Häuser. Als ich in einem der Häuser zu Gast bin, werden mir die Wasserränder an der Wand gezeigt. Bis etwa auf halber Raumhöhe war das Wasser gestanden. Wenn man bedenkt, dass dieses Stelzenhaus auf rund drei Meter hohen Stelzen steht, kann man sich ausmalen, wie das Dorf ausgesehen haben muss.

Den vollständigen Bericht finden Sie bei www.wunderweib.de:

http://blog.wunderweib.de/welthungerhilfe/entry/f%C3%BCnfter_tag_der_typhoon_ketsana [mehr]

Kategorie Kambodscha
4. März 2010

Kambodscha: Besuch der Katchok in unserem Millenniumsdorf

Bärbel Dieckmann lässt sich anhand einer Karte die Gegebenheiten des Projektgebiets erklären. © GrossmannTräge fließt das schlammig braune Wasser des Sesan dahin. Das Millenniumsdorf Kanat Toch liegt direkt am steilen Ufer des Flusses, der von Vietnam kommend in den Mekong mündet. Als ich ankomme sind alle Augen auf uns Ankömmlinge gerichtet. In Kanat Toch sind Fremde selten. Hier in dem abgelegenen Dorf leben die Katchok, eine ethische Minderheit, die stark diskriminiert werden. Die Khmer, die mit 90 Prozent der Bevölkerung die Mehrheit in Kambodscha stellen, blicken auf Völker wie die Kachok herab. Und gerade weil diese Menschen besonders diskriminiert werden, hat sich die Welthungerhilfe entschieden hier zu arbeiten.

Den vollständigen Bericht finden Sie bei www.wunderweib.de:

http://blog.wunderweib.de/welthungerhilfe/entry/vierter_tag_das_millienniumsdorf_kanat [mehr]

Kategorie Kambodscha
3. März 2010

Kambodscha-Reise: Immer noch große Armut auf dem Land

Eine Kambodschanerin auf dem Weg nach Ratanakiri mit ihren Kindern. Die Frau betreibt eine einfache Tankstelle und einen kleinen Laden, um fuer sich und ihre Kinder ihren Lebensunterhalt zu verdienen. © GrossmannDie Fahrt in unsere Projektregion nach Ratanakiri führt uns aus dem trubeligen, modernen Phnom Penh hinaus. Zuerst fahren wir noch an Geschäften und mehrstöckigen Wohnhäusern vorbei. Moderne Gebäude wechseln sich mit kleinen, alten und zum Teil verfallenen Gebäuden ab. Doch sobald wir die Stadt verlassen haben, wandelt sich das Bild. Entlang der Straße entdecke ich die typischen kambodschanischen Stelzenhäuser. Die Häuser werden auf hohe Stelzen gebaut, damit ihnen die Regenzeit nichts anhaben kann. Viele der Häuser, die ich sehe sind jedoch nicht besser als ein Bretterverschlag und ich möchte mir nicht vorstellen, wie es ist hier zu wohnen, wenn die Regenzeit kommt.

Den vollständigen Bericht finden Sie bei www.wunderweib.de:

http://blog.wunderweib.de/welthungerhilfe/entry/dritter_tag_auf_dem_weg [mehr]

Kategorie Kambodscha
2. März 2010

Kenia: Wie die Kraft und Zuversicht zurückkam – durch Nahrung und viel Zuhören

Mit einem Tanz empfangen uns die Menschen in Kalembe Raha zur Begrüßung.Vor kurzem besuchte ich mit meinem Team  Kalembe Raha, eine erschreckend ärmliche Siedlung von Langzeitvertriebenen im Südosten Kenias. Wir bereisten die Region um herauszufinden, welche Familien nach der schweren Dürre im letzten Jahr Nahrungsmittelhilfe benötigen. In Kalembe Raha ist die Situation besonders dramatisch. Die ausgemergelten, völlig mittellosen Menschen leben hier seit vielen Jahren. Seitdem sie durch eine kompromisslose Naturschutzpolitik aus ihren Häusern und von ihren Höfen vertrieben wurden und alles verloren haben, überleben sie mehr schlecht als recht. Und viele von ihnen nicht einmal das. Ich hatte diesen Menschen ohne jede Hoffnung auf Zukunft bei meinem Abschied versprochen, sie bald wieder zu besuchen.

Nun fahre ich wieder in den Ort. Auf der Fahrt dorthin sausen mir die Gedanken durch den Kopf. Dank einer großzügigen Finanzierung des Auswärtigen Amts konnten wir inzwischen nährstoffreiche Zusatznahrung, Vollmilch und Tabletten zur Trinkwasserbehandlung verteilen. Aber ein Rest Zweifel bleibt: Wie werden sie mich, die Deutsche aus dem reichen Westen, und mein kenianisches Team empfangen? Sie leben ja immer noch auf dem trockenen Stückchen Feld in ihren Grasverschlägen und sind bitterlich arm. Die Regenzeit, in der wahrscheinlich wieder Einige an Infektionen und anderen Krankheiten  gestorben sind, ist inzwischen vorbei. Jetzt leuchtet die Landschaft einige Wochen lang in einem satten Grün. Das ist zwar ein wundervoller Anblick nach all der Trockenheit. Aber genug geregnet hat es leider zum fünften Mal in Folge nicht, damit auf den Äckern auch eine echte Ernte heranwächst. Einen richtigen Anlass zur Hoffnung gibt es in der Gegend nicht, schon gar nicht für die Bewohner der Vertriebenensiedlung.

Die Bewohner der Siedlung laden uns zum Dank für unsere Hilfe in ihre Hütten ein.Inzwischen sind wir in Kalembe Raha eingetroffen. Wie anders mutet mir die Grashüttensiedlung dieser bitterlich armen Menschen doch dieses Mal an. Liegt es an den noch grünen Halmen der Maispflanzen rund herum? Nein, so grün ist es dort dann auch wieder nicht. Und dann fällt es mir schlagartig auf: Die Menschen, die da singend und tanzend auf uns zukommen, lachen. Sie freuen sich uns zu sehen. Und sie sehen viel fideler aus als noch vor ein paar Wochen. Ihre Kleider sind immer noch zerrissen und schäbig. Die meisten stehen in Lumpen da. Aber ihre Augen strahlen, ihre Haut glänzt gesund, und ihre Gesichter sehen nicht mehr so eingefallen aus.

Sie freuen sich, jubeln, umrunden uns, tanzen und singen. Und dann wollen sie erzählen. Erzählen, wie gut ihnen die nährstoffreiche Nahrung und ganz besonders den Kindern die gute Milch getan hat. Wie stark sie sich fühlen - und wie schön! Einer nach dem anderen nimmt mich an die Hand und zieht mich strammen Schrittes durch die Siedlung zu ihrem Gras- und Plastiktütenverschlag. Alle wollen sich bedanken. Und weil sie nichts besitzen, besteht ihr Dank darin, dass sie mich in ihr Zuhause einladen. Ich bin überwältigt – aber auch ein bisschen peinlich berührt. Wir von der Welthungerhilfe machen doch nur unseren Job. Und den machen wir so gut es geht. Es ist ja nicht unser Verdienst, dass es uns gut geht und diesen Menschen nicht.

Diana, die wir beim letzten Besuch kennen gelernt haben, freut sich sehr über unsere Rückkehr. Nach und nach verstehe ich aber, dass sich diese strahlenden Menschen für mehr bedanken als für die Nahrungsmittel. Endlich, nach über 17 Jahren, hat sie jemand beachtet, hat sich jemand für sie interessiert und sie in ihrer Not und Ausweglosigkeit ernst genommen. Hat ihnen Grund für neue Hoffnung gegeben. Einen echten Sinn, weiterzuleben. Das macht mich ungemein froh, schüchtert mich aber auch ein wenig ein. Diese Hoffnung, dieses Vertrauen! Für die nächsten Monate versorgen wir die Menschen natürlich noch mit Nahrungsmitteln, damit sie durch die schlimmste Zeit nach der langen Dürre ohne große Gesundheitsschäden hindurch kommen. Aber als Welthungerhilfe-Team denken wir natürlich auch an die Zeit danach. Wir diskutieren mit den Menschen über ihre persönlichen Wünsche und Pläne und ihre Lösungsvorschläge für die Siedlungsgemeinschaft. Danach sprechen wir auch mit den kenianischen Behörden. Wir wollen ausloten, wie sie mit uns und den Betroffenen gemeinsam dafür sorgen können, dass diese Menschen die Möglichkeit erhalten, sich irgendwo auf einem Fleckchen Land in der Nähe eine neue Existenz aufzubauen. Das planen wir in den kommenden Wochen Schritt für Schritt, gemeinsam mit diesen jetzt so lebensfroh lachenden und tanzenden Menschen.

Noch ist uns nicht klar, wie wir diesen Start in ein neues, selbstbestimmtes, würdiges Leben finanzieren werden. Im Vergleich zu vielen groß angelegten Entwicklungsmaßnahmen kostet so etwas nicht viel. Aber die Finanzierung müssen wir trotzdem sichern. Und da hoffen wir natürlich darauf, dass Sie, liebe Freundinnen und Freunde der Welthungerhilfe, uns bei unseren Vorhaben mit Ihrer Spende helfen werden. Ich freue mich wirklich, dass ich Ihnen heute diese erfreuliche und auch für mich überraschende Entwicklung mitteilen kann. Und ich hoffe, dass wir es mit gemeinsamen Anstrengungen auch schaffen werden, diese temporäre Freude in ein neues Leben mit zufriedenen und glücklichen Menschen zu verwandeln. Nichts Angenehmeres könnte ich mir heute vorstellen, als wenn ich Ihnen in einigen Monaten oder einem Jahr dann von der endgültigen Erfolgsstory berichten kann.
Es grüsst herzlich aus Südostkenia,
Iris Krebber

P.S.: Sie wollen spenden? Hier geht’s zur Online-Spende. Und hier erfahren Sie mehr über unser Dürreprogramm in Kenia. [mehr]

2. März 2010

Menschenrechte - nach wie vor ein schwieriges Thema in Kambodscha

Die energiegelandene LICADHO-Direktorin Naly Pilorge vor dem Buero der Menschenrechtsorganisation in Phnom Penh.Schätzungsweise bis zu 2,2 Millionen Menschen fielen zwischen 1975 und 1979 den Roten Khmer zum Opfer. Diese Zahlen sind für mich fast kaum zu glauben. Heute ist Kambodscha zwar offiziell eine Demokratie. Doch noch immer ist die Menschenrechtsfrage ein heikles Thema. Eine Organisation, die sich für die Menschenrechte einsetzt, ist LICADHO. Seit sechs Jahren arbeitet die Welthungerhilfe erfolgreich mit der kambodschanischen Organisation zusammen. Heute hatte ich die Gelegenheit ihre Direktorin Naly Pilorge zu sprechen. Es war ein sehr spannendes Gespräch mit einer interessanten Frau.

Den vollständigen Bericht finden Sie bei www.wunderweib.de:

http://blog.wunderweib.de/welthungerhilfe/entry/zweiter_tag_besuch_bei_licadho [mehr]

Kategorie Kambodscha
 

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