Aids in Südafrika: Mangel an sinnvollen Freizeitbeschäftigungen erhöht das Aidsrisiko für Jugendliche

Hallo liebe Internetgemeinde,

“Aids kills - condomise” steht an einer Hauswand in Kapstadt. Leider wird diese Tatsache von den meisten sexuell aktiven Jugendlichen immer noch ignoriert. © Bergmann es ist (überlebens-) wichtig, junge Menschen über das Risiko des ungeschützten Geschlechtsverkehrs aufzuklären. Ohne Hemmungen. Ohne falsche Prüderie. Sie müssen verstehen, warum Kondome verteilt werden. Wie man sie benutzt. Wo und wie man sie am besten aufbewahrt. Aber das Wichtigste muss den sexuell Aktiven klar sein: Sie müssen Kondome benutzten. Das bisschen Latex stellt ihre Lebensversicherung dar. Wenn sie in der Hintertasche des Mannes stecken bleiben, macht es keinen Sinn. Vor allem junge Frauen müssen in ihrer Verantwortung für ihren eigenen Körper und Willen gestärkt werden.

Mit diesen Vorgaben im “Handgepäck” waren wir in Südafrika im Rahmen der Kampagne Virus Free Generation unterwegs. Diese sogenannten “life skills” müssen hier, wo Aids zum Alltag gehört, unbedingt greifen.

Ein Behälter mit Kondomen, aus dem sich die Jugendlichen kostenlos bedienen dürfen… sollen. © Bergmann In den dichten Vororten, den sogenannten Townships außerhalb von Kapstadt, gibt es nur wenige Freizeitbeschäftigungen für Jugendliche. Die Wochenenden verbringen viele junge Männer vor den zahlreichen Trinkhallen (Shabiin). Herumstehend, gelangweilt. In dunklen Ecken treffen sich Pärchen für eine schnelle Nummer. Traute Zweisamkeit ist in den Townships so gut wie nicht möglich. Es gibt keine Rückzugsorte. Zwischen acht und zehn Personen teilen sich in der Regel ein einfaches, enges Haus. Die meisten wissen nur sehr wenig über Aids. Sie kennen nicht die Arten der Ansteckung und besitzen keine Kondome.

Nicht selten kommt es zu ungewollten Schwangerschaften. Beim Besuch in einer Jugendklinik erzählte uns eine Krankenschwester, dass viele junge Frauen vielmehr eine Schwangerschaft fürchten, als die Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit. Oft nehmen sie zwar die Pille, aber sie ignorieren Kondome.

In den Familien im südlichen Afrika wird so gut wie nicht über Partnerschaft, Sex und Aids gesprochen. In Schulen kratzen die Diskussionen über diese Themen nur an der Oberfläche.

Reden… reden… reden… Kann manchmal anstrengend sein. Doch in diesem Fall lebenswichtig. Denn die Ausbreitung von Aids kann nur durch Auflkärung eingedämmt werden. © Bergmann Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass die Förderung kreativer Freizeitangebote sich sehr positiv auf das Selbstbewusstsein und die Manifestierung einer Eigenverantwortung der Jungendlichen auswirken. Durch eine sinnvolle Beschäftigung werden sie offen für persönliche Ziele und Perspektiven. So schaffen es manche Teenager, sich über Musik und Tanz selbst zu verwirklichen. Auf sie wirkt Kreativität befreiend!

Information und Bewusstsein schaffen ist der einzige wirksame “Impfstoff” gegen HIV&AIDS ist. Das haben wir schon während der Konferenz in Toronto 2006 gelernt.

Bald steht wieder eine Konferenz auf dem Programm: XVII International Aids-Conference in Mexico City 2008. Die Kampagne Virus Free Generation hofft, dass die Stärkung von “life skills” für junge Menschen hoch auf der Agenda stehen wird. Denn die jetzigen Kinder sollen einmal verantwortungsbewusste Eltern werden.

Make love – make sense!

Eure Anna

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