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	<title>Welthungerhilfe Blog</title>
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		<title>Kann man als normaler Bürger Einfluss nehmen?  2. Themenblock der Fachtagung &#8220;MOVE!&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 14:35:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andre Leslie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Finanz- und Hungerkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Ländliche Entwicklung]]></category>

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		<description><![CDATA[Von André Leslie. Er ist Volontär der Deutschen Welle. Als Konferenzreporter besuchte er die Fachtagung der Welthungerhilfe &#8220;MOVE! United for Sustainable Development&#8221;, vom 24. bis 25. April in Bonn. Die Experten sind sich einig: internationale Regierungen müssen mehr Geld in &#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em> </em></p>
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<div id="attachment_2041" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><em><a href="www.welthungerhilfe-blog.de/allgemein/move-einflussnehmen/"><img class="size-full wp-image-2041  " title="Augustine Ogwal, Farmer in Uganda © Lux" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2012/04/UGA2011LUX061_350.jpg" alt="Augustine Ogwal, Farmer in Uganda © Lux" width="500" height="350" /></a></em><p class="wp-caption-text">Augustine Ogwal, Farmer in Uganda © Lux</p></div>
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<h5><em>Von André Leslie. Er ist Volontär der Deutschen Welle. Als Konferenzreporter besuchte er die Fachtagung der Welthungerhilfe &#8220;MOVE! United for Sustainable Development&#8221;, vom 24. bis 25. April in Bonn.</p>
<p></em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em><em> </em></h5>
<p>Die Experten sind sich einig: internationale Regierungen müssen mehr Geld in die <strong>Agrarwirtschaft </strong>investieren, wenn sie wirklich <strong>Ernährungssicherheit </strong>für ihre Bevölkerung erreichen wollen. Aber kann man die Situation als normaler Bürger überhaupt beeinflussen?</p>
<p><span id="more-2039"></span><strong>Alex Ruhunda</strong> hat gut lachen. Einer der Gastredner auf der Fachtagung der Welthungerhilfe <strong>&#8220;MOVE! United for Sustainable Development&#8221; </strong>in Bonn, kann stolz sagen, er hat tatsächlich mit seinem eigenen Bemühen die Ernährungssicherheit in seinem Land verbessert. &#8220;In <strong>Uganda </strong>gibt es 12 Millionen Menschen die momentan unter Nahrungsmittelunsicherheit leiden. Im Jahr 2002 waren es 17 Millionen&#8221;, sagte der lokale Abgeordnete aus dem Südwesten des Landes.</p>
<p>Um die Situation in seinem Land zu verbessern, sprach Ruhunda einfach direkt mit der Regierung. &#8220;Wir haben gesagt, dass die Ausgaben für das Militär gesenkt werden müssen.” Immerhin wurde der Etat für Agrarwirtschaft in Uganda angehoben. Aber nicht jeder kann einfach direkt mit der Regierung sprechen. Im Fall von <strong>Arjun Kaki,</strong> dem Präsident vom &#8220;<strong>Rural Reconstruction Nepal</strong>&#8220;, war es notwendig eine große Gruppe von Experten aus der Zivilgesellschaft zusammen zu bringen, bevor einen Termin mit dem zuständigen Minister möglich wurde. &#8220;Der wusste gar nicht, dass die staatlichen Ausgaben für Agrar in Nepal so niedrig waren&#8221;, berichtet der Experte.</p>
<p><strong>Mehr Engagement nötig</strong></p>
<p><strong>Selina Juul </strong>aus <strong>Dänemark </strong>glaubt einen anderen Weg gefunden zu haben. Die 32 Jährige hat vor vier Jahren das &#8220;<strong>Stop Wasting Food Movement</strong>” gegründet. Eine Bürgerinitiative, die sich für die effizientere Nutzung von Essen einsetzt. &#8220;In 2030 werden wir voraussichtlich zwei Planeten brauchen, um alle Menschen mit Lebensmittel zu versorgen&#8221;, sagt Juul. &#8220;Deswegen müssen wir alle – auch in Dänemark &#8211; komplett umdenken.” Seit Gründung der Organisation, hat die dänische Regierung ihre Umweltpolitik geändert. Mittlerweile sei das Thema Ernährungssicherheit mindestens einmal pro Woche in den dänischen Medien zu sehen. Ob das auf das &#8220;Stop Wasting Food Movement” zurück zu führen ist? &#8220;Ich weiß nur, dass jeder so eine Kampagne starten kann. Es ist ganz einfach,” sagt Juul.</p>
<p><strong>Bauern vor Ort besser involvieren</strong></p>
<p><strong>Joseph Rahall</strong>, von der Organisation &#8220;<strong>Green Scenery</strong>” aus <strong>Sierra Leone,</strong> glaubt, dass der Verkauf von Grundstücken von traditionellen Bauern an große Firmen, ein großer Teil des Problems ist. &#8220;Land Grabbing ist ganz klar ein Grund warum Bauern in Entwicklungsländern nicht ordentlich produzieren können&#8221;, sagt Rahall. Wenn normale Bauern mehr von ihren Produkten hätten, würden Probleme wie hohe Lebensmittelpreise und das internationale Handeln mit Lebensmittelpreisen eine kleinere Rolle spielen. Dann würden die Bauern für sich und für die unmittelbare Region produzieren&#8221;, meint Rahall.</p>
<p>&#8220;Vielleicht die beste Lösung”, schlägt <strong>Martine Billanou</strong> vor. Ein Recht auf Nahrung soll es in jedem Land geben, meint die Französin. In Afrika, wo die Hungersnot noch am akutesten ist, gibt es schon erste Schritte: In 2010 wurde in <strong>Kenya </strong>das &#8220;Recht auf Nahrung” in der Verfassung per Referendum festgelegt.</p>
<p><em> </em>André Leslie<br />
Deutsche Welle</p>
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		<title>Internationale Konferenz „MOVE! United for Sustainable Development“, 24.-25. April in Bonn</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 10:23:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rachel Y. Baig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hunger und Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit einem Film werden die Konferenzteilnehmer im ersten Themenblock von &#8220;MOVE!&#8221; eingestimmt: &#8220;Eigentlich habe ich dieses Regentagebuch begonnen, damit ich vorhersagen kann, wann es wieder regnet. Doch dann habe ich bemerkt, dass meine Aufzeichnungen einen negativen Trend zeigen: der Regen &#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_2017" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2012/04/move_gruppe_0055-500x350-Jung.jpg"><img class="size-full wp-image-2017 " title="Sie alle stehen für &quot;MOVE! United for Sustainable Development&quot;. © Jung " src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2012/04/move_gruppe_0055-500x350-Jung.jpg" alt="Sie alle stehen für &quot;MOVE! United for Sustainable Development&quot;. © Jung " width="500" height="350" /></a><p class="wp-caption-text">Sie alle stehen für &quot;MOVE! United for Sustainable Development&quot;. © Jung </p></div>
<p>Mit einem Film werden die Konferenzteilnehmer im ersten Themenblock von &#8220;MOVE!&#8221; eingestimmt: &#8220;Eigentlich habe ich dieses <strong>Regentagebuch</strong> begonnen, damit ich vorhersagen kann, wann es wieder regnet. Doch dann habe ich bemerkt, dass meine Aufzeichnungen einen negativen Trend zeigen: der Regen wird immer weniger&#8221;, erklärt der Bauer im <strong>Film</strong> &#8220;Desertification &#8211; The Impact of Climate Change on Small Scale Farmers in Burkina Faso&#8221; von Roland Brockmann. Die nächste Einstellung zeigt ein braches Feld, der Boden versalzen und staubtrocken. Der Bauer aus <strong>Burkina Faso</strong> stellt weiter fest: &#8220;Wir müssen mehr Bäume pflanzen, auch wenn wir diese mit Wasser gießen, das wir bezahlen müssen. Machen wir das nicht, wird die Erde beim nächsten Regenfall weggeschwemmt.&#8221;</p>
<p>Hier auf der <strong>Konferenz</strong> wird über den Einfluss des Klimawandels auf das <strong>Recht auf Nahrung</strong> gesprochen. Manash Gosh von der Ramakrishna Mission aus Indien; Alfred Sawadogo, Präsident von SOS-Sahel, aus Burkina Faso; Victor Campos vom Centro Humboldt aus Nicaragua – sie alle berichten, wie sich der <strong>Klimawandel</strong> auf den Erwerb von Nahrung und damit auf die Ernährung der Menschen in ihren Ländern auswirkt.<span id="more-2013"></span></p>
<p><strong>Manash Gosh</strong> erzählt, dass er in der indischen Region Birbhum, in der traditionell Reis angebaut wird, in der Zeit der Ernte leere Felder sah. Die Bauern hatten versucht, den Ertrag mit mehr Düngemittel zu steigern. Das Ergebnis waren versalzene und jetzt brach liegende Felder. Die <strong>Ernte</strong> fehlt jetzt. <strong>Misserfolg</strong> in der Landwirtschaft hat auch Einfluss auf die Demographie, denn immer weniger Menschen wollen in der Landwirtschaft arbeiten und ziehen weg in die Städte. So belegen Statistiken, dass 84% der indischen Jugendlichen (16 bis 35 Jahre alt) nicht mehr in der Landwirtschaft arbeiten. In einem Land wie Indien, dessen Landwirtschaft einen sehr großen Wirtschaftssektor ausmacht, ist diese Entwicklung besonders besorgniserregend. Gosh weist darauf hin, dass neben der Wirtschaftsentwicklung auch die <strong>landwirtschaftliche Förderung</strong> nicht zu kurz kommen darf. &#8220;Es darf in allem nicht an Menschlichkeit fehlen!&#8221;, denn  Entwicklung sei nur möglich, wenn der Wille zur Veränderung da ist.</p>
<p><strong>Alfred Sawadogo</strong> macht in seinem Vortrag darauf aufmerksam, dass die Menschen direkt vom Klimawandel abhängig sind. Er hat einen sehr großen Einfluss auf die <strong>Landwirtschaft</strong> und diese ernährt schließlich die Menschen. &#8220;Die Welt tut mir leid&#8221;, sagt Alfred Sawadogo. Er stellt fest, dass die Menschen immer dann auf den Klimawandel aufmerksam werden, wenn etwas Schreckliches passiert. So wie im Jahr 1970, als plötzlich hunderte <strong>Baobab-Bäume</strong> starben. Es schreckte die Leute auf, und seitdem gibt es einen Freiwilligendienst, der sich um den Erhalt der Bäume kümmert.</p>
<p>&#8220;Klimawandel hat das fundamentalste Menschenrecht beeinflusst &#8211; Das Recht auf Leben!&#8221;, sagt <strong>Victor Campos</strong>. Er zeigt Wege auf, wie man dieser Entwicklung entgegenwirken kann. Sogenannte Safe-schools sollen die Menschen, allen voran Kinder, auf den Klimawandel nachhaltig vorbereiten. Die Schulen vermitteln zum Beispiel auch, wie Lebensmittel umweltfreundlich angebaut werden können.</p>
<p>In der anschließenden Diskussion waren sich die Teilnehmer einig: Der Klimawandel wird derzeit fast nur auf nationaler Ebene behandelt. Doch wirksame politische Lösungen können nur gefunden werden, wenn die Arbeit auf ein <strong>globales Level</strong> ausgeweitet wird.</p>
<p>Rachel Y. Baig<br />
Deutsche Welle</p>
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		<title>Hoffnung auf Regen im Sahel</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Apr 2012 15:06:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ute Latzke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Krise im Sahel &#8211; was das konkret bedeutet, habe ich auf meiner Fahrt ins Dorf Feneguene in der  Provinz BAM in Burkina Faso erfahren: Gemeinsam mit einem Kollegen aus unserem Büro und Mitarbeitern der langjährigen Partnerorganisationen Zood Noma bin ich &#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
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<div id="attachment_2002" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2012/04/BFA-fraukind-8ABR-500x350.jpg"><img class="size-full wp-image-2002 " title="BFA-fraukind-8ABR-500x350" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2012/04/BFA-fraukind-8ABR-500x350.jpg" alt="Von der aktuellen Hungerkrise im Sahel sind sie besonders betroffen: Frauen und Kinder © Bretz" width="500" height="350" /></a><p class="wp-caption-text">Von der aktuellen Hungerkrise im Sahel sind sie besonders betroffen: Frauen und Kinder © Bretz</p></div>
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<p><strong>Krise </strong>im Sahel &#8211; was das konkret bedeutet, habe ich auf meiner Fahrt ins Dorf Feneguene in der  Provinz BAM in <strong>Burkina Faso</strong> erfahren: Gemeinsam mit einem Kollegen aus unserem Büro und Mitarbeitern der langjährigen Partnerorganisationen <em>Zood Noma</em> bin ich in unser Millenniumsdorf Kongoussi gefahren. Gemeinsam mit der Bevölkerung prüfen wir, wie erfolgreich unsere bisherige Arbeit dazu beigetragen hat, die <a href="http://www.welthungerhilfe.de/acht-millenniumsziele.html">UN-Millenniumsziele </a>zu erfüllen.<span id="more-1975"></span></p>
<p>Der Harmattan, ein jährlich wiederkehrender <strong>Wüstenwind</strong>, bringt Hitze aus der Sahara mit und bläst orangefarbenen Staub übers Land. Der Staub legt sich auf Felder, Häuser, Straßen, Menschen und Tiere. Wie in der Hauptstadt Kongoussi, wo unsere Partnerorganisation ihr Büro hat, ist auch hier alles durch den roten Staub verfärbt. In Feneguene arbeiten die Welthungerhilfe und  Zood Noma erst seit neun Monaten zusammen. Etwa 150 Familien leben im Dorf und Umland. Die <strong>Böden </strong>in der Region sind hart und steinig und schlecht für den Anbau von Getreide und Gemüse geeignet. Die wenigen Bäume sehen <strong>verdorrt </strong>aus – erst mit dem Regen, der hoffentlich im Juni kommt, werden sie wieder ausschlagen. Einen einzigen funktionierenden Brunnen gibt es hier: Er befindet sich in der Nähe der provisorischen Schule und wurde mit unserer Hilfe erbaut.</p>
<div id="attachment_1988" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2012/04/BFA-frauen-kinder-150x150.jpg"><img class="size-full wp-image-1988" title="BFA-frauen-kinder-150x150" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2012/04/BFA-frauen-kinder-150x150.jpg" alt="Im Dorfversammlungshaus können diese Frauen ihren Kindern einen nahrhaften Brei geben." width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Im Dorfversammlungshaus können diese Frauen ihren Kindern einen nahrhaften Brei geben.</p></div>
<p>Im Dorfversammlungshaus in der Mitte des Dorfes treffen wir ca. 40 <strong>Frauen</strong>, die gerade ihre <strong>Kinder </strong>mit einem nährwertreichen Brei füttern, den sie unter Anleitung einer Dorfberaterin hergestellt habe. Der Brei enthält viele Nährstoffe und Kalorien bei kleiner Menge und soll so helfen, den Bedarf der Kinder zu decken und die weit verbreitete <strong>Unterernährung </strong>zu bekämpfen. Er wird aus gemahlener Hirse mit Fisch und etwas Öl gekocht und mit Soumbala angereichert. Soumbala ist ein lokales Gewürz, das in mehreren westafrikanischen Ländern, so auch in Burkina Faso, verbreitet ist und hochwertiges Eiweiß und Spurenelemente enthält. Es wird aus den Samen des einheimischen Baumes Néré hergestellt, die während mehrerer Tage fermentiert, anschließend zu mehrere Monate lang haltbaren Kugeln geformt und auf dem Markt verkauft werden &#8211; eine Art Maggiwürfel. Den Kindern scheint es zu schmecken. Viele von ihnen halten den Löffel selbst in der Hand und schlecken ihn immer wieder ab – bis die kleinen Schüsseln leer sind.</p>
<p>Raymonde Savadogo, die Dorfberaterin erklärt mir, das Mütter mit ihren kleinen <strong>Kindern</strong> zwischen null und drei Jahren hierherkommen. Um ihr ordnungsgerechtes Wachstum zu überwachen, werden alle Kinder regelmäßig gemessen und gewogen. Durch die regelmäßige <strong>Ernährungsberatung </strong>seitens Zood Noma und der Welthungerhilfe haben die Mütter gelernt, wie sie einer Unterernährung ihrer Kinder entgegensteuern können. Sie erzählen mir, dass ihre Kinder nun seltener krank werden und sich besser entwickeln.</p>
<p>In diesem Jahr ist die <strong>Dürre </strong>besonders hart, und weil die Familien schon im letzten Jahr wegen längeren Trockenzeiten kaum etwas anbauen und fast nichts ernten konnten, ist die Not groß. Die Hirsespeicher sind fast leer, und so können die Mütter keine Hirse auf dem Markt verkaufen, um von dem eingenommenen Geld gesunde <strong>Lebensmittel </strong>wie Fisch, Erdnüsse und Soumbala zu erstehen. Dazu kommt, dass wegen der Knappheit die <strong>Preise</strong> auf dem Markt sehr stark gestiegen sind. Die Frauen wissen zwar mittlerweile, was ihre Kinder brauchen, aber sie haben keine Möglichkeit, das Gelernte anzuwenden. Die Familien sind sehr arm, viele der Männer sind in Goldfelder oder Städte abgewandert, um dort irgendwie Geld zu verdienen. Zurück geblieben sind Frauen, die alleine versuchen, ihre Kinder zu ernähren. Auch von ihnen gehen viele tagsüber in die illegalen Goldfelder, um dort mit etwas Glück nach stundenlanger harter Arbeit in der glühenden Sonne vielleicht ein bisschen Gold zu finden, das sie dann gegen ein wenig Geld eintauschen.</p>
<div id="attachment_1994" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2012/04/BFA-kind-Bretz-150x150.jpg"><img class="size-full wp-image-1994" title="BFA-kind-Bretz-150x150" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2012/04/BFA-kind-Bretz-150x150.jpg" alt="Dieses Kind aus Burkina Faso ist nicht unterernährt. © Bretz" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Dieses Kind aus Burkina Faso ist nicht unterernährt. © Bretz</p></div>
<p>Viele <strong>Kinder</strong>, die ich in Feneguene sehe, sind sehr klein für ihr Alter, ein sicheres Zeichen für chronische Unterernährung. Aber auch viele der Frauen sind nicht gut genährt. „Schafft ihr es denn, eure Kinder, wie empfohlen, sechs Monate voll zu stillen?“, frage ich sie. Die meisten verneinen und erklären mir, dass sie schon früher anfangen müssen, ihren Kindern Wasser oder feste Nahrung zu geben, da ihre Milch einfach nicht reicht. Außerdem sagen die Frauen, dass sie von früh bis spät sehr hart arbeiten und wenig Zeit haben, ihre Kinder regelmäßig zu füttern.</p>
<p>Heute Morgen, so berichtet die Dorfberaterin, hat sie acht unternährte Kinder entdeckt. Die schweren Fälle werden im örtlichen Gesundheitszentrum aufgepäppelt, aber die leicht unterernährten Kinder sollen von ihren Müttern versorgt werden. Eigentlich leiden auch die etwas älteren Kinder bis fünf Jahre (und sogar darüber hinaus) häufig an <strong>Unterernährung</strong>. Doch leider haben wir nicht genug Kapazitäten, um auch noch ihnen helfen zu können. Die Mütter haben selbst nur wenig zu essen und so es gibt auch für die Erwachsenen höchstens zwei Mahlzeiten am Tag, immer öfter aber nur eine.</p>
<p>In Kongoussi  treffe ich Lamien Pofumbia, den Leiter des örtlichen Gesundheitszentrums. Er erläutert mir die größten <strong>gesundheitlichen Probleme</strong> in der Region: Unterernährung der Mütter während der Schwangerschaft, dadurch niedriges Geburtsgewicht, so dass die Kinder schon einen schlechten Start ins Leben haben. Unterernährung bei Kindern, insbesondere unter fünf Jahren,  weil sie nicht bedarfsgerecht versorgt werden, Vitaminmangelerscheinungen, Anämie, Krankheiten wie Parasiten, Malaria, und regelmäßige auftretenden Durchfallerkrankungen bedingt durch Salmonellen.</p>
<p>Klar ist, dass die Menschen in dieser ohnehin sehr armen Region, wo sie bereits ohne die aktuelle Dürre kaum Möglichkeiten haben, ihren Lebensunterhalt und ihre Ernährung angemessen zu sichern, mit der derzeitigen Krise überfordert sind. Bis zur nächsten Ernte sind es noch sechs Monate! Wenn nicht bald Hilfe kommt, wird sich die Lage weiter zuspitzen und es wird viele schwere Fälle von Unterernährung und vielleicht sogar tote Kinder geben. Um den insgesamt fast zwei Millionen Menschen, die laut der Regierung in Burkina Faso aktuell von der Dürre betroffenen sind, zu helfen, werden viele Programme notwendig sein. Aber selbst wenn diese Krise irgendwann überstanden sein wird, wird <strong>Unterstützung </strong>weiter nötig sein. <strong>Langfristige Ansätze</strong> wie Gemüseanbau, verbesserte Lagerhaltung, Verarbeitung und Vermarktung von Produkten etc. können dazu beitragen, die Armut der Menschen zu lindern und ihnen die Chance zu geben, ihren Lebensunterhalt und ihre Ernährung angesichts der klimatischen Veränderungen dauerhaft zu sichern.</p>
<p>Ute Latzke, Fachkraft für Ernährung bei der Welthungerhilfe</p>
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		<title>Hilfe für die Tuareg in Burkina Faso</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Mar 2012 15:58:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ute Latzke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nothilfe in Burkina Faso – in den letzten Tagen habe ich erfahren, was das bedeutet. Zusammen mit Rüdiger Ehrler vom Nothilfeteam der Welthungerhilfe bin ich im Sahel unterwegs, um bei der Planung zur Bekämpfung der aktuellen Nahrungsmittelkrise mitzuarbeiten. Einige Stunden &#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_1938" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2012/03/BFA-Ute-Latzeke-kind-Touareg-500.jpg"><img class="size-full wp-image-1938 " title="BFA-Ute-Latzeke-kind-Touareg-500" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2012/03/BFA-Ute-Latzeke-kind-Touareg-500.jpg" alt="Ute Latzke mit einem der Kinder der Tuareg, das in dem provisorischen Lager in Burkina Faso geboren wurde." width="500" height="350" /></a><p class="wp-caption-text">Ute Latzke mit einem der Kinder der Tuareg, das in dem provisorischen Lager in Burkina Faso geboren wurde.</p></div>
<p><strong>Nothilfe in Burkina Faso</strong> – in den letzten Tagen habe ich erfahren, was das bedeutet. Zusammen mit Rüdiger Ehrler vom Nothilfeteam der Welthungerhilfe bin ich im Sahel unterwegs, um bei der Planung zur Bekämpfung der aktuellen <strong>Nahrungsmittelkrise </strong>mitzuarbeiten. Einige Stunden Fahrt entfernt von der Hauptstadt Ouagadougou liegt die kleine, staubige Provinzstadt Dori, von dort aus ging es weiter in den Norden nach Fererio in der Provinz Oudalan. Dort leben zurzeit etwa 20.000 <strong>Tuaregflüchtlinge</strong>. Sie haben sich hier, rund 30 Kilometer von der malischen Grenze entfernt, aus Angst vor Ausschreitungen in ihren Heimatregionen, in Sicherheit gebracht. Manche von ihnen harren hier schon seit mehr als sechs Wochen ohne jede Unterstützung aus.<span id="more-1928"></span></p>
<p>Im trockenen Gebüsch sehen wir niedrige <strong>Behelfshütten </strong>aus bunten Tüchern und Ästen. Die meisten Tuareg haben in der Eile kaum etwas mitnehmen können. Für die notdürftig zusammengebauten Unterstände verwenden die Frauen sogar ihre Kleidungstücher, um ein wenig Schatten für ihre <strong>Familien </strong>zu schaffen.  Die Tuareg leben traditionell als <strong>Nomaden</strong>, allerdings sind viele von ihnen in den letzten Jahren in Mali ‚sesshafter‘ geworden. Für sie sind die Lebensbedingungen hier besonders schlimm.</p>
<p>Wir haben einen Führer bei uns, der ihre Sprache spricht und sogar viele von ihnen persönlich kennt. Er stellt uns den traditionellen Führern der verschiedenen Gruppen vor, sie haben einen von ihnen zum Leiter gewählt. Wir setzen uns mit ihm und den anderen unter ein provisorisches <strong>Zeltdach </strong>und sprechen über ihre Lage. Es sind stolze und beindruckende Männer, sie sind dankbar, dass wir gekommen sind, berichten über ihre Situation und bieten uns ihren starken <strong>Tee </strong>an.</p>
<div id="attachment_1943" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2012/03/BFA-behelfshuetten-Touareg-500.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1943" title="BFA-behelfshuetten-Touareg-500" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2012/03/BFA-behelfshuetten-Touareg-500-150x150.jpg" alt="Behelfshütten aus Tüchern, zu wenig Wasser und Nahrung - das derzeitige Leben der Touareg." width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Behelfshütten aus Tüchern, zu wenig Wasser und Nahrung - das derzeitige Leben der Touareg.</p></div>
<p>Die Männer berichten, dass sie froh sind, ihre Familien auf burkinischem Terrain in <strong>Sicherheit </strong>zu wissen, aber ihnen fehlen Zeltplanen, Matten, Matratzen und Küchenausrüstung, um die Familien halbwegs angemessen zu versorgen. Die Region um Fererio ist ihnen vertraut, denn bereits 1994 sind viele Familien schon einmal dorthin <strong>geflüchtet</strong>, und haben mit der dortigen Bevölkerung, die die gleiche Sprache Tamaschek  spricht, fast vier Jahre lang zusammengelebt, bevor sie in ihre Heimat zurückkehren konnten.</p>
<p>Ihre Gastgeber haben sie auch diesmal wieder freundlich aufgenommen, und das Wenige, das sie selbst besitzen, mit ihnen geteilt. Doch bedingt durch die <a href="http://www.welthungerhilfe.de/westafrika-.html" target="_blank">Dürre im Sahel </a>und die schlechte Ernte der letzten Saison haben auch sie nicht genug zum Leben. Das allergrößte Problem allerdings ist fehlendes <strong>Trinkwasser</strong>: Brunnen funktionieren nur teilweise und sie reichen schon sonst nicht für Menschen und Tiere. Das wenige vorhandene Wasser ist schmutzig und viele Kinder haben bereits Durchfall bekommen; zusätzlich leiden sie unter Hitze und Wind am Tag und den kalten Nächten auf dem nackten Boden. Aber auch <strong>Nahrungsmittel </strong>und eine einfache Gesundheitsversorgung werden dringend benötigt.</p>
<p>Die Lebensgrundlage der Tuareg, ihre <strong>Rinder- und Kamelherden</strong>, haben viele Familien mitgebracht, manche sind mit Teilen der Familie noch unterwegs und werden dringend erwartet. Wenn sie ankommen, wird sich die <strong>Wasserknappheit </strong>und der Druck auf die vorhandenen Weideflächen noch mehr verschärfen.</p>
<div id="attachment_1945" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2012/03/BFA-frau-baby-Touareg500.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1945" title="BFA-frau-baby-Touareg500" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2012/03/BFA-frau-baby-Touareg500-150x150.jpg" alt="Frauen und Kinder leiden besonders unter der Flüchtlingssituation." width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Frauen und Kinder leiden besonders unter der Flüchtlingssituation.</p></div>
<p>Die traditionellen Führer hoffen, dass wir und andere Organisationen ihnen bald konkrete <strong>Unterstützung </strong>bringen können. Sie rechnen nicht damit, dass sie bald zurückkehren können und sorgen sich um zurückgebliebene Angehörigen und Nachbarn. Als ich mich mit einigen <strong>Frauen </strong>unterhalte, berichten sie über ihre Nöte. Eine von ihnen wünscht sich dringend Hilfe, denn die Familien machen sich neben Vielem auch große Sorgen um die <strong>Schulbildung </strong>ihrer Kinder. Zwar besuchen einige von ihnen die ohnehin sehr kleine, örtliche Schule, doch vielen Flüchtlingskindern fehlt allein die Kleidung, um zur Schule zu gehen. Die 49-Jährige Roky W. Haroune,  die die Diskussion für die Frauen anführt, nimmt meine Hand und hält sie fest. Ihre große Hoffnung auf Hilfe ist auch ohne Sprachkenntnisse leicht zu verstehen.</p>
<p>Als wir wieder stundenlang durch die <strong>staubtrockene Savanne</strong> zurückfahren und rund sechs Stunden später im staubigen Provinzstädtchen Dori ankommen, wartet hier auf mich ein sauberes, sehr einfaches Zimmer und eine funktionierende Dusche, mit der ich mir den Staub des anstrengenden Tages abspülen kann. Meine Gedanken gehen zurück zu den <strong>Menschen</strong>, die noch nicht einmal sauberes Wasser zum Trinken haben. Ich hoffe, dass wir ihnen <strong>bald helfen</strong> können.</p>
<p>Ute Latzke, Fachkraft für Ernährung bei der Welthungerhilfe</p>
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		<title>Busan-Konferenz in Südkorea:Eine Bewertung der neuen &#8220;Partnerschaft für wirksame Entwicklungszusammenarbeit&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 15:24:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BirgitDederichsBain</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Ländliche Entwicklung]]></category>

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		<description><![CDATA[Busan-Konferenz in Südkorea: Eine Bewertung der neuen &#8220;Partnerschaft für wirksame EntwicklungszusammenarbeitIm BEXCO, dem Konferenzgebäude im südkoreanischen Busan, herrschte zum Abschluss festliche Stimmung: Der koreanische Premierminister pries das Ergebnis der Konferenz als einen historischen Moment. Und tatsächlich scheint die verabschiedete &#8220;Busan &#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_1896" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/allgemein/busan-konferenz/"><img class="size-full wp-image-1896      " title="Busan-Konferenz: Schritte in die Richtige Richtung - Autobahn an der Grenze zu Südkorea © Belkin" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/NKOR2010BEL040_5001.jpg" alt="Busan-Konferenz: Schritte in die Richtige Richtung - Autobahn an der Grenze zu Südkorea © Belkin" width="500" height="350" /></a><p class="wp-caption-text">Busan-Konferenz: Schritte in die Richtige Richtung - Autobahn an der Grenze zu Südkorea © Belkin</p></div>
<p>Busan-Konferenz in Südkorea: Eine Bewertung der neuen &#8220;Partnerschaft für wirksame EntwicklungszusammenarbeitIm BEXCO, dem Konferenzgebäude im südkoreanischen Busan, herrschte zum Abschluss festliche Stimmung: Der koreanische Premierminister pries das Ergebnis der Konferenz als einen historischen Moment. Und tatsächlich scheint die verabschiedete &#8220;Busan Partnerschaft für eine wirksame Entwicklungszusammenarbeit&#8221; ein Schritt in die richtige Richtung zu sein &#8211; wenngleich es auch politische &#8220;Kröten&#8221; zu schlucken gibt.<span id="more-1877"></span></p>
<p><strong>Um was ging es in Busan?</strong></p>
<p>Nach langen Verhandlungen wurde am 7. Dezember 2011 die neue globale &#8220;Busan Partnerschaft für eine wirksame Entwicklungszusammenarbeit&#8221; aus der Taufe gehoben. Ein Ergebnis, dass die meisten Vertreter von Nichtregierungsorganisationen mit gemischten Gefühlen aufnahmen. Mit der Vereinbarung konnte das Hauptziel der Veranstaltung &#8211; zwar noch erreicht werden. Aber der Preis dafür war hoch: Für Kooperationen zwischen Schwellenländern und Entwicklungsländern, so genannte, Süd-Süd-Kooperation, gelten jetzt andere Grundlagen als für Kooperationen zwischen Entwicklungs- und Industrieländern. Letztere stützen sich auf Werte und Prinzipien wie Menschenrechte und Beteiligung der Zivilgesellschaft. Für &#8220;Süd-Süd&#8221; gelten diese Werte und Prinzipien hingegen nur &#8220;freiwillig&#8221; &#8211; ein Lump, der da an Chinas Menschenrechtspolitik denkt.</p>
<p><strong>Errungenschaften der Busan-Konferenz</strong></p>
<p>Doch es gab auch eindeutige Fortschritte in Busan: Endlich ist im Abschlussdokument von &#8216;democratic ownership&#8217; &#8211; also der Einbindung aller entwicklungspolitischen Akteure auf nationaler Ebene &#8211; die Rede. Damit wird ein breiteres Eigenverantwortungsprinzip verankert. Ein Erfolg, denn dafür hat sich die Welthungerhilfe im Verbund mit der Alliance2015 seit langem eingesetzt. Bis dato galt das Konzept der &#8216;country ownership&#8217;, das nur die staatlichen Akteure anspricht und andere &#8211; wie eben Nichtregierungsorganisationen &#8211; nicht mit ins Boot holt. Jetzt ist die Entwicklungszusammenarbeit eindeutig breiter aufgestellt.</p>
<p>Ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist das Umdenken bei dem bisher engen technischen Verständnis von Hilfe. Ab jetzt gilt ein breiteres Verständnis von &#8216;Entwicklung&#8217;: die development effectiveness&#8217;. Dieses Konzept beruht auf Rechten und Beteiligung. Entwicklungshilfe ist hier nur ein Instrument von vielen, denn auch andere Politikbereiche, wie Handel und Wirtschaft sollen verstärkt einbezogen werden. Bei der Umsetzung ist allerdings darauf zu achten, dass das neue Credo von Wirtschaftswachstum und Privatsektor zur Ankurbelung von Entwicklung diesen Rechtsansatz nicht aushöhlt. So ist es okay, wenn Firmen bei der Ausgestaltung und Umsetzung von Entwicklungsprogrammen mitwirken sollen &#8211; nur darf dies nicht auf Kosten demokratischer Entscheidungsprozesse geschehen. Hier sind wir Nichtregierungsorganisationen zur aufmerksamen Beobachtung gefordert.</p>
<p>Ein erfreuliches Ergebnis ist auch, dass dem Drängen der Entwicklungsländer gefolgt wurde, die Nutzung der Ländersysteme als Standard zu stärken. So sollen künftig also die Abwicklungs-, Verwaltungs- und Finanzmanagementsysteme des Empfängerlandes unterstützt werden. Gleichzeitig werden damit Parallelstrukturen bei der Projektabwicklung vermieden.</p>
<p><strong>Wie geht’s weiter?</strong></p>
<p>Klar ist, dass die Busan-Partnerschaft einen Einstieg in ein neues &#8220;Entwicklungszeitalter&#8221; mit alten und neuen Akteuren wie dem OECD DAC, den BRICs (Brasilien, Russland, Indien, China), dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft bedeutet. Hier hat der Aufbau einer neuen Architektur für Entwicklungszusammenarbeit begonnen. In den nächsten Monaten geschieht die konkrete Ausarbeitung.</p>
<p>Aus der Sicht der Zivilgesellschaft wollte man eine neue Entwicklungsarchitektur schaffen. Grundlage sollte eine partizipative Organisation mit klaren Rechenschaftsmechanismen und hoher Legitimität sein. Dabei sollte auch das UN Forum für Entwicklungskooperation stärker einbezogen werden. Doch de facto wird es jetzt wohl eher auf einen simplen Koordinationsmechanismus hinauslaufen.</p>
<p>Entscheidend ist auch hier die bisher noch offene Ausgestaltung: Wer trifft sich wann mit wem in dieser neuen Partnerschaft? Welches Mandat soll sie haben und wie wird umgesetzt bzw. kontrolliert? Welche Initiativen werden verbindlich verabredet? Welche Vorstellungen haben die Bundesregierung und die EU hierzu? Wie wird die Zivilgesellschaft, die ja in Busan zum ersten Mal gleichrangig mit am Verhandlungstisch saß, miteinbezogen? Werden ihre Anliegen tatsächlich berücksichtigt oderwerden sie nur eine Agenda legitimieren, die nicht die ihre ist? All diese Kriterien sind aus unserer Sicht entscheidend für den Erfolg der neuen Busan-Partnerschaft &#8211; im Sinner der Menschen, die in Armut leben!</p>
<p>Doch auch wir, als Zivilgesellschaft, werden uns an unserer Fähigkeit, die neue Busan-Partnerschaft mit Leben zu erfüllen, messen lassen müssen. Wird es uns gelingen, demokratische zivilgesellschaftliche Prozesse auf nationaler Ebene zu initiieren, um auch Nichtregierungsorganisationen aus den Entwicklungsländern einzubinden? Wenn wir den Busan-Konsens als ein Instrument nutzen, kann uns dies der Welt, wie wir sie uns wünschen, ein Stück näher bringen!</p>
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		<title>Schlussrunde in Durban: Nur noch zwei Tage und eine lange Nacht</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 14:34:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MichaelKuehn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Ländliche Entwicklung]]></category>

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		<description><![CDATA[Es sind nur noch zwei Tage und vermutlich eine lange Nacht bis zum Ende der Konferenz hier in Durban. Mir fällt es immer schwerer einzuschätzen, wie gut am Ende das Ergebnis sein wird. Inzwischen sind zumindest alle Minister angereist, die &#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1851" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/allgemein/klimekonferenz-schlussrunde-in-durban"><img class="size-full wp-image-1851     " title="Viel zu tun in Durban: Delegierte auf der Klimakonferenz © AFP/Getty Images" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/Durban_Delegates_AFP_Getty_Images_500.jpg" alt="Viel zu tun in Durban: Delegierte auf der Klimakonferenz" width="500" height="350" /></a><p class="wp-caption-text">Viel zu tun in Durban: Delegierte auf der Klimakonferenz © AFP/Getty Images</p></div>
<p>Es sind nur noch zwei Tage und vermutlich eine lange Nacht bis zum Ende der Konferenz hier in <strong>Durban</strong>. Mir fällt es immer schwerer einzuschätzen, wie gut am Ende das Ergebnis sein wird.</p>
<p>Inzwischen sind zumindest alle Minister angereist, die letzte Phase der Verhandlungen hat also begonnen. Die Delegationsbüros befinden sich im Erdgeschoss des Kongresszentrums, der umgebauten Tiefgarage. Ein Zeichen dafür, dass hier wirklich ernsthaft gearbeitet wird, versicherte die Generalsekretärin der <strong>Klimarahmenkonvention</strong>. Denn luxuriös ist das in der Tat nicht. Beim Briefing in diesen Katakomben mussten wir Kopfhörer tragen, weil die Akustik so mies war &#8211; gegen die unerträgliche Hitze halfen sie nicht.<br />
Heute haben wir die Rede der indischen Umweltministerin gehört. <strong>Jayanthi Natarajan</strong> ist eine beeindruckende Frau, die das Dilemma vieler armer Länder sehr gut auf den Punkt gebracht hat. Ihre Worte fanden vor allem bei den afrikanischen Vertretern viel Zustimmung.  Indien, so die Ministerin, werde einem global verbindlichen Vertrag nur zustimmen, wenn darin eine gerechte Verteilung der Lasten und Pflichten festgehalten sei.<span id="more-1845"></span></p>
<p>Die <strong>Industrieländer </strong>müssten zunächst ihre historische Schuld begleichen, und dazu gehöre unabdingbar eine zweite Verpflichtung Emissionen zu reduzieren. Starke Worte fand sie, als sie auf die Bedeutung des <strong>Klimaschutzabkommens </strong>für Indien zu sprechen kam: Anders als in den Industrieländern, in denen die Erhaltung des Lebensstandards im Vordergrund stehe, ginge es in Indien für die meisten Menschen um das schlichte Überleben. Indien selbst werde sich auch ohne Abkommen an die Selbstverpflichtungen halten: Bis 2020 will das Land mit eigenen finanziellen Mitteln seine <strong>Emissionen </strong>um 25 Prozent senken.</p>
<p>Aus Sicht der <strong>EU </strong>geht es genau anders herum. Einer zweiten Verpflichtungsperiode zur Reduzierung der Emissionen will sie nur zustimmen, wenn <strong>Indien</strong>, <strong>China </strong>und die <strong>USA </strong>sich zumindest auf ein Mandat für ein global verbindliches Abkommen einigen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong></p>
<div id="attachment_1869" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/Durban_Roettgen_picture-alliance_dpa_500.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1869" title="Umweltminister Norbert Röttgen in Durban" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/Durban_Roettgen_picture-alliance_dpa_500-150x150.jpg" alt="Umweltminister Norbert Röttgen in Durban © picture-alliance/dpa" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Umweltminister Norbert Röttgen in Durban © picture-alliance/dpa</p></div>
<p></strong></p>
<p><strong>Umweltminister Röttgen</strong>, der inzwischen auch in Durban eingetroffen ist, wies darauf hin, dass es ohne Mandat eigentlich keine zweite Verpflichtungsperiode geben dürfe. Die EU sei schließlich nur noch für 15 Prozent der gesamten Emissionen verantwortlich. Nach dem Motto: Besser keine zweite Verpflichtungsperiode als eine absolut ungenügende. Er betonte eine &#8220;Allianz der Willigen&#8221; erhöhe den Druck auf die <strong>USA</strong>, <strong>Russland</strong>, <strong>Japan </strong>und <strong>Kanada</strong>. Tatsächlich hatten die Chinesen gestern  angedeutet, dass sie einem globalen Abkommen zustimmen könnten. Geliefert haben sie noch nicht &#8211; Andeutungen eben.</p>
<p>Röttgens Konstrukt ist sehr theoretisch. Wenn überhaupt, wird es erst nach 2020 etwas umgesetzt, viel zu spät für die meisten <strong>Entwicklungsländer</strong>. Und was konkret nach 2012 passiert ist noch völlig offen.</p>
<p>Immerhin bot der deutsche Umweltminister in seiner viel beachteten Rede vor dem Plenum hier in Durban an, dass der &#8220;<strong>Green Climate Fund</strong>&#8221; in Deutschland seinen Sitz haben könnte, und legte nach: Deutschland zahlt schon mal 40 Millionen Euro in den Fonds ein. Dafür erntete er Extraapplaus.</p>
<p>Licht am Ende des Tunnels? Nein! Es bewegt sich einfach viel zu wenig in Durban. Aber noch laufen die Verhandlungen ja.</p>
<p>Mehr Informationen:<br />
Besuchen Sie auch unser <a href="http://www.welthungerhilfe.de/klima-spezial.html">Klimaspezial</a><strong>.<br />
</strong>Harold Williams bloggt auf <a href="http://123wir.org/de/projekte/durban-klimakonfrenz/blog/1-tag-der-klimakonferenz-von-harald-williams/">123WIR.com </a>von unserer Partnerorganisation in Sierra Leone.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Klimakonferenz in Durban: Der Druck der Nichtregierungsorganisationen steigt</title>
		<link>http://www.welthungerhilfe-blog.de/klimawandel/klimakonferenz-durban-druck-der-nichtregierungsorganisationen-steigt/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 09:25:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MichaelKuehn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.welthungerhilfe-blog.de/?p=1799</guid>
		<description><![CDATA[Bei der Klimakonferenz in Durban ist heute die 2. Verhandlungswoche angebrochen. Unser Team von der Welthungerhilfe hat Verstärkung bekommen, Vadim aus Tadschikistan, Nivedita aus Indien und Jasmin aus der Bonner Zentrale sind angekommen. Gemeinsam  verfolgen wir den Fortgang der Verhandlungen und setzen uns für eine stärkere Berücksichtigung der Interessen der Armen bei der Klimakonferenz ein. Viel steht auf dem Spiel. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1807" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/klimawandel/klimakonferenz-durban-druck-der-nichtregierungsorganisationen-steigt/"><img class="size-full wp-image-1807  " title="Tadschikistan 2011: Durstlöschen mit Brunnenwasser © Ohlenbostel" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/TJK2007OHL064_Ohlenbostel.jpg" alt="Durstlöschen mit Brunnenwasser" width="500" height="350" /></a><p class="wp-caption-text">Tadschikistan 2011: Durstlöschen mit Brunnenwasser © Ohlenbostel</p></div>
<p>Bei der <strong>Klimakonferenz in Durban</strong> ist heute die 2. Verhandlungswoche angebrochen. Unser Team von der Welthungerhilfe hat Verstärkung bekommen: Vadim aus Tadschikistan, Nivedita aus Indien und Jasmin aus der Bonner Zentrale sind angekommen. Gemeinsam  verfolgen wir den Fortgang der Verhandlungen und setzen uns für eine stärkere Berücksichtigung der Interessen der Armen bei der Klimakonferenz ein. Viel steht auf dem Spiel.</p>
<p>Mit den Kollegen aus unseren Projektländern tauschen wir uns darüber aus, wie der <strong>Klimawandel</strong> in den letzten Monaten unsere Arbeit erschwert hat. In <strong>Tadschikistan </strong>gibt es viele<strong> Trinkwasserprobleme</strong>, die Gletscher schmelzen und wir machen uns Sorgen, wie das in der Zukunft weitergehen soll. Indien leidet unter allem, was man als Folgen des Klimawandels beschreiben kann: Der Monsunregen ist ausgeblieben &#8211; mit katastrophalen Folgen für die Ernte. Der Meeresspiegel steigt und in Folge dessen versalzen in Westbengalen die Grundwasservorräte.<img title="Weiterlesen..." src="../wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><img title="Weiterlesen..." src="../wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></p>
<p><span id="more-1799"></span>Mit den Kollegen aus unseren Projektländern tauschen wir uns darüber aus, wie der Klimawandel in den letzten Monaten unsere Arbeit erschwert hat. In Tadschikistan gibt es viele Trinkwasserprobleme, die Gletscher schmelzen und wir machen uns Sorgen, wie das in der Zukunft weitergehen soll. Indien leidet unter allem, was man als Folgen des Klimawandels beschreiben kann: Der Monsunregen ist ausgeblieben &#8211; mit katastrophalen Folgen für die Ernte. Der Meeresspiegel steigt und in Folge dessen versalzen in Westbengalen die Grundwasservorräte.</p>
<div id="attachment_1817" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/IND2007WSC001_Schaefers_150.jpg"><img class="size-full wp-image-1817   " title="IND2007WSC001_Schaefers_150" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/IND2007WSC001_Schaefers_150.jpg" alt="Blick auf die Stadt Neu Delhi von der alten Moschee aus gesehen. " width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Die indische Metropole Neu Delhi © Schaefers</p></div>
<p>Wenn ich höre, was unsere Kollegen und die anderen angereisten Vertreter aus den<strong> Entwicklungsländern </strong>berichten, ist es umso frustrierender zu beobachten, dass es hier in Durban keinen wesentlichen Fortschritt für den <strong>Klimaschutz</strong> geben wird. Vor allem die USA, China und Indien müssen sich bewegen und ihre Kohlendioxidemissionen drastisch reduzieren. China hat gestern sogar einen überraschenden Schritt auf die EU zugemacht und sich für eine 2. Verpflichtungsperiode ausgesprochen. Aber sie müssen das auch hinter verschlossenen Türen sagen, denn da wird entschieden.</p>
<p>Der Druck der <strong>Nichtergierungsorganisationen</strong> auf die Verhandler nimmt zu. Letzte Woche hat das <strong>Climate Action Network</strong> (CAN) &#8211; zu dem wir gehören &#8211; den Polen den &#8220;fossil of the day&#8221; verliehen. Der Preis &#8220;honoriert&#8221; jeden Tag das Land mit der klimafeindlichsten Politik. Die polnische Verhandlungsleitung hat sich bei CAN darüber beschwert und eine Entschuldigung gefordert. Grund für die Verleihung des Preises war die Unterstützung eines Kongresses der Kohleindustrie in Polen, der den Stempel der polnischen Regierung trug. Einen Tag später erklärten die polnischen Vertreter, man hätte das polnische Emblem ohne Zustimmung und Wissen der Regierung benutzt, es habe sich um einen Irrtum gehandelt. Das Beispiel zeigt ganz gut, dass wir doch nicht so hilflos sind, wie es manchmal aussieht und durchaus etwas bewegen können.</p>
<p>Auch die Erklärung der EU, dass sie ohne China und Indien keiner Verlängerung des <strong>Kyoto-Protokolls</strong> zustimmen wird hat zu viel Protest geführt. CAN kommentierte dies kritisch in einem Artikel in der Konferenzzeitschrift &#8220;ECO&#8221; (www.climatenetwork.org/eco-newsletters). Darüber waren die Europäer so erbost, dass sie um ein klärendes Gespräch baten. Wir konnten unsere Kritik an der <strong>Position der EU</strong> sehr deutlich machen. Auch das zeigt das Gewicht der Zivilgesellschaft. Und es ist ein positives Signal für uns, dass sich unser Einsatz hier in Durban lohnt &#8211; auch wenn die Erfolge bisher klein geblieben sind.</p>
<p>Mehr Informationen:<br />
Besuchen Sie auch unser <a href="http://www.welthungerhilfe.de/klima-spezial.html">Klimaspezial</a><strong>.<br />
</strong>Harold Williams bloggt auf <a href="http://123wir.org/de/projekte/durban-klimakonfrenz/blog/1-tag-der-klimakonferenz-von-harald-williams/">123WIR.com </a>von unserer Partnerorganisation in Sierra Leone.</p>
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		<title>Klimadiplomatie in Durban: Verfangen in nationalen Interessen</title>
		<link>http://www.welthungerhilfe-blog.de/allgemein/klimadiplomatie-in-durban-verfangen-in-nationalen-interessen/</link>
		<comments>http://www.welthungerhilfe-blog.de/allgemein/klimadiplomatie-in-durban-verfangen-in-nationalen-interessen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 09:39:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MichaelKuehn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.welthungerhilfe-blog.de/?p=1757</guid>
		<description><![CDATA[Kaum hat die UN-Klimakonferenz in Durban begonnen, sind die Verhandlungen zum Klimaschutz auch schon festgefahren. Das hatten wir bereits befürchtet. Dabei hatte alles so gut begonnen: Das Engagement der Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus der ganzen Welt war bisher wirklich beeindruckend und die Südafrikaner haben die Konferenz toll organsiert.

Doch ausgerechnet die EU und Kanada haben hier in den ersten Tagen für Aufsehen und Verwunderung gesorgt. Zankapfel war zunächst die Verlängerung des Kyoto-Protokolls. Kanada hat direkt klargestellt, dass es für eine zweite Verpflichtungsperiode nicht bereit sei. Die EU hat in das andere Horn gestoßen und erklärt, dass sie keine fünfjährige sondern eine achtjährige Verlängerung anstreben. Doch wenn sich die EU durchsetzt, wird die Verabschiedung eines neues Abkommens, das alle Länder umfasst, noch weiter nach hinten geschoben – nämlich bis 2020! Viele NGOs finden die Haltung der EU und Kanadas nicht nur unverständlich sondern auch unakzeptabel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_1774" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/Michael-Kühn-Blog-Kenia-5001.jpg"><img class="size-full wp-image-1774 " title="Michael-Kühn-Blog-Kenia-500" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/Michael-Kühn-Blog-Kenia-5001.jpg" alt="Kenia 2011: Die Dürre in Ostafrika wird durch den Klimawandel noch verstärkt. " width="500" height="350" /></a><p class="wp-caption-text">Kenia 2011: Die Dürre in Ostafrika wird durch den Klimawandel noch verstärkt.</p></div>
<p style="text-align: left;">Kaum hat die <strong>UN-Klimakonferenz in Durban</strong> begonnen, sind die Verhandlungen zum Klimaschutz auch schon festgefahren. Das hatten wir bereits befürchtet. Dabei hatte alles so gut begonnen: Das Engagement der Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus der ganzen Welt war bisher wirklich beeindruckend und die Südafrikaner haben die Konferenz toll organsiert.</p>
<p>Doch ausgerechnet die <strong>EU </strong>und <strong>Kanada </strong>haben hier in den ersten Tagen für Aufsehen und Verwunderung gesorgt. Zankapfel war zunächst die Verlängerung des <strong>Kyoto-Protokolls</strong>. Kanada hat direkt klargestellt, dass es für eine zweite Verpflichtungsperiode nicht bereit sei. Die EU hat in das andere Horn gestoßen und erklärt, dass sie keine fünfjährige sondern eine achtjährige Verlängerung anstreben. Doch wenn sich die EU durchsetzt, wird die Verabschiedung eines neues Abkommens, das alle Länder umfasst, noch weiter nach hinten geschoben – nämlich bis 2020! Viele NGOs finden die Haltung der EU und Kanadas nicht nur unverständlich sondern auch unakzeptabel.<span id="more-1757"></span></p>
<div id="attachment_1775" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/Michael-Kühn-Blog-Keniaerde.jpg"><img class="size-full wp-image-1775 " title="Michael-Kühn-Blog-Keniaerde" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/Michael-Kühn-Blog-Keniaerde.jpg" alt="So sehen große Gebiete Ostafrikas aus." width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Ausgetrocknetes Flussbett in Kenia.</p></div>
<p>Für <strong>Entwicklungsländer </strong>ist das alles sowieso viel zu langsam. Sie leiden am stärksten unter den Auswirkungen des Klimawandels und haben am wenigsten Mittel zur Verfügung, um ihre Einwohner vor den lebensbedrohlichen Folgen zu schützen. Deshalb ist ihre Position klar und ihre Forderungen besitzen eine hohe Dringlichkeit: Sie brauchen dringend eine zweite Verpflichtungsperiode und verbindliche Zusagen zu<strong> CO2 Reduzierungen </strong>durch die Industriestaaten. Doch einmal mehr werden die Entwicklungsländer zum Spielball der großen Staaten.</p>
<p>Die Haltung der <strong>EU </strong>ist nicht hilfreich für den Fortgang der Verhandlungen und die Beseitigung der drängenden Probleme: Sie könnte mutig eine <strong>Vorreiterrolle </strong>einnehmen und der Welt zeigen, wie echter <strong>Klimaschutz </strong>aussehen kann. Stattdessen stellt nun auch die EU China und anderen Entwicklungsländern heftige Bedingungen, an denen ein Folgeabkommen vermutlich scheitert. Hintergrund für diese europäischen Forderungen sind die wirtschaftlichen Interessen Polens, die mit der starken Abhängigkeit des Landes von seiner Kohleindustrie zusammenhängen. Und da <strong>Polen </strong>demnächst die EU-Präsidentschaft innehaben wird, sind die Positionen des Landes von besonderem Gewicht.</p>
<p>Bei dem derzeitigen Verlauf der Konferenz ist der einzige verbindliche internationale Vertrag über die <strong>Reduzierungen von Kohlenstoffemissionen</strong> in Gefahr. Ohne die Unterstützung der EU werden die <strong>Entwicklungsländer </strong>ihre berechtigten Interessen gegen die USA, China, Russland, Kanada und Japan nicht durchsetzen können. Und die EU steht in der Auseinandersetzung mit ökonomisch aufstrebenden Staaten wie Südafrika, Brasilien und Indien alleine da. Ob sich dieser Knoten noch bis Ende nächster Woche lösen lässt, ist mehr als fraglich.</p>
<div id="attachment_1783" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/PAK2010BOT-150.jpg"><img class="size-full wp-image-1783" title="PAK2010BOT-150" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/PAK2010BOT-150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Folge des Klimawandels? Die Flut in Pakistan 2010. © Bottelli</p></div>
<p>Eine &#8211; allerdings wenig positive &#8211; Entscheidung ist in Durban bereits gefallen. Der <strong>Austragungsort </strong>für die nächste Klimakonferenz im Jahr 2012 steht fest: Es ist das <strong>Emirat Kaatar</strong>. Diese Entscheidung wurde von den Entwicklungsländern zähneknirschend hingenommen. Als Mitglied der OPEC und drittgrößtes Erdgas exportierendes Land scheint Katar wirklich nicht dafür prädestiniert, eine Konferenz zum Schutz des Klimas abzuhalten. Die Forderungen der arabischen Welt in Durban helfen nicht, das Klima zu schützen, sondern dienen ihren eigenen wirtschaftlichen Interessen. So fordern sie für etwaige Einstellungen der <strong>Erdölförderung </strong>Kompensationszahlungen von den Industrieländern. Kaatars Wohlstand basiert wie der anderer arabischer Staaten ausschließlich auf dem Verkauf von Erdöl und auf anderen nicht erneuerbaren Ressourcen. Ein Schub in Richtung Klimaschutz und gesellschaftlicher Transformation zu <strong>nachhaltigem Wirtschafte</strong>n wird von Kaatar mit Sicherheit nicht ausgehen.</p>
<p style="text-align: left;">Es sieht bisher wirklich nicht gut aus für den internationalen Klimaschutz. </p>
<p style="text-align: left;">Viele Grüße aus Durban</p>
<p style="text-align: left;">Ihr Michael Kühn</p>
<p style="text-align: left;">Mehr Informationen:<br />
Besuchen Sie auch unser <a href="http://www.welthungerhilfe.de/klima-spezial.html">Klimaspezial</a><strong>.<br />
</strong>Harold Williams bloggt auf <a href="http://123wir.org/de/projekte/durban-klimakonfrenz/blog/1-tag-der-klimakonferenz-von-harald-williams/">123WIR.com </a>von unserer Partnerorganisation in Sierra Leone.</p>
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		<title>Spekulation auf Kosten der Hungernden</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 08:44:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BaerbelDieckmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Finanz- und Hungerkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Hunger und Ernährung]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Leserinnen und Leser, in Deutschland und anderen Industrieländern geben die Menschen durchschnittlich rund zehn Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Die wenigsten wissen, was es bedeutet, sich das Gemüse in der Auslage oder das Brot an der Theke nicht &#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1746" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/10/SLE-mais-LOHN_500.jpg"><img class="size-full wp-image-1746" title="SLE-mais-LOHN_500" src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/10/SLE-mais-LOHN_500.jpg" alt="Mais wird immer öfter zu Treibstoff verarbeitet. © Lohnes" width="500" height="350" /></a><p class="wp-caption-text">Mais wird immer öfter zu Treibstoff verarbeitet. © Lohnes</p></div>
<p>Liebe Leserinnen und Leser,</p>
<p>in Deutschland und anderen Industrieländern geben die Menschen durchschnittlich rund zehn Prozent ihres Einkommens für <strong>Nahrungsmittel</strong> aus. Die wenigsten wissen, was es bedeutet, sich das Gemüse in der Auslage oder das Brot an der Theke nicht mehr leisten zu können. In Kenia, Somalia, Äthiopien und vielen anderen Ländern kennt man das Gefühl jedoch nur zu gut. Zwischen 50 und 80 Prozent ihres Einkommens investieren Menschen in <strong>Entwicklungsländern </strong>in Nahrungsmittel. 2008 gab es eine Welle des Protestes aufgrund gestiegener Nahrungsmittelpreise in zahlreichen ärmeren Ländern. Die Menschen haben ihrem Ärger und ihren Sorgen auf der Straße – teilweise auch gewaltsam – Luft gemacht. Damals waren die Preise hoch. Heute sind sie höher.<span id="more-1719"></span></p>
<p>Im Februar diesen Jahres meldete die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) den historischen Höchststand der Lebensmittelpreise. Nie waren Grundnahrungsmittel wie Weizen, Mais und Reis teurer. Die Auswirkungen sind insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen verheerend. Sie müssen mehr ausgeben für ihre täglichen Mahlzeiten, essen daher noch weniger und können sich andere lebenswichtige Dinge wie <strong>Gesundheitsversorgung</strong> und Bildung nicht mehr leisten.</p>
<p>Der aktuelle <a href="http://www.welthungerhilfe.de/whi2011.html" target="_blank">Welthunger-Index</a>, den die Welthungerhilfe jedes Jahr gemeinsam mit den Partnerorganisationen <strong>IFPRI</strong> und <strong>Concern </strong>herausgibt, nennt drei Hauptgründe: die wachsende Bedeutung von <strong>Agrartreibstoffen</strong>, die Folgen des <strong>Klimawandels </strong>sowie die Spekulation mit Agrargütern an den Börsen .</p>
<p>Gerade die Spekulation mit Nahrungsmitteln hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt. Je mehr Geld auf dem Markt ist, desto attraktiver wird die Branche für <strong>Spekulationen</strong>. Anleger versprechen sich schnelle hohe Profite, indem sie auf steigende oder fallende Preise von Agrarprodukten spekulieren. Und ihre Rechnung geht auf. Das Problem: Indem sie ebenso schnell Aktien kaufen wie sie sie wieder verkaufen, verstärken diese Anleger die Schwankungen des Preises zusätzlich.</p>
<p>So bestimmen immer weniger Angebot, Nachfrage und Lagerbestände den Preis von Weizen oder Mais, sondern zunehmend das Anlageverhalten an den internationalen Börsen. Eine Regulierung der Finanzmärkte sowie die Verpflichtung zu mehr Transparenz sind dringend geboten.</p>
<p>Was Hunger bedeutet, erlebt die Welt gerade am <strong>Horn von Afrika</strong>: Mehr als 13 Millionen Personen<strong> </strong>sind von der Katastrophe betroffen. Und auch anderswo leiden die Menschen an Unterernährung &#8211; fast eine Milliarde sind es mittlerweile weltweit. Eine stille <strong>Hungerkatastrophe</strong>, die unbeachtet von den Medien und von der Politik überall auf der Welt stattfindet und Mütter, Väter und Kinder in Entwicklungsländern trifft. Wie Florence Muoki aus Kenia, die ihre Kinder nicht mehr zur Schule schicken kann, weil die Nahrungsmittelpreise so gestiegen sind, dass alle beim Gemüseanbau helfen müssen. Deshalb setzt sich die Welthungerhilfe dafür ein, dass der Profit eines Einzelnen niemals höher bewertet wird als das <strong>Recht von Milliarden Menschen auf Nahrung</strong>.</p>
<p>Ihre<br />
Bärbel Dieckmann</p>
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		<title>Tausende Menschen sind auf Hilfe angewiesen</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Aug 2011 11:33:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JuergenMika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre Ostafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Krise & Katastrophen]]></category>
		<category><![CDATA[Dadaab]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Mika]]></category>
		<category><![CDATA[Nothilfe]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Leserinnen und liebe Leser, Seit zwei Wochen bin ich als Nothelfer nun in Dadaab, dem größten Flüchtlingslager der Welt. Schon bevor ich hierher kam, wusste ich, dass Dadaab riesig ist und viele Menschen hier leben. Trotzdem war ich schockiert, &#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leserinnen und liebe Leser,</p>
<div id="attachment_1677" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/08/mika_5002.jpg"><img class="size-full wp-image-1677" title="Jürgen Mika verteilt im Flüchtlingslager Dadaab Wasserkanister." src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/08/mika_5002.jpg" alt="Jürgen Mika verteilt im Flüchtlingslager Dadaab Wasserkanister." width="500" height="350" /></a><p class="wp-caption-text">Jürgen Mika verteilt im Flüchtlingslager Dadaab Wasserkanister.</p></div>
<p>Seit zwei Wochen bin ich als Nothelfer nun in <strong>Dadaab</strong>, dem größten <strong>Flüchtlingslager</strong> der Welt. Schon bevor ich hierher kam, wusste ich, dass Dadaab riesig ist und viele Menschen hier leben. Trotzdem war ich schockiert, als ich das Lager gesehen habe. Es ist trostlos: Mitten in der Wüste, nur  <strong>Dornenbüsche</strong> und unendlich viel Sand. Und es ist drückend heiß. <span id="more-1618"></span>Fast 400.000 Menschen leben in den drei Camps, die zu Dadaab gehören, täglich kommen etwa 1.500 neue dazu. Ein Flüchtlingslager diesen Ausmaßes habe ich zuvor noch nie gesehen, dabei arbeite ich seit fünf Jahren im <strong>Nothilfeteam</strong> und war schon bei vielen großen Katastrophen im Einsatz.</p>
<p>Man muss es sich vor Augen halten: Hier leben so viele Menschen wie in einer deutschen <strong>Großstadt</strong>. Ähnlich wie in einer echten Stadt gibt es auch in Dadaab Straßen, Wasserversorgung, Sanitäranlagen, Handwerksbetriebe, Händler, sogar  Telefonläden, in denen man sich Karten für sein <strong>Mobiltelefon</strong> kaufen kann. Diese Infrastruktur hat sich in den vergangenen 20 Jahren entwickelt, seit es die Lager gibt. Auf der Flucht vor dem <strong>Bürgerkrieg</strong> in <strong>Somalia</strong> sind in den letzten zwei Jahrzehnten ca. 300.000 Menschen nach Dadaab geflohen. Es gibt tatsächlich Leute, die schon 20 Jahre in Dadaab leben und  seit ihrer Ankunft auf die Nahrungsmittelversorgungen der <strong>Hilfsorganisationen </strong>angewiesen sind. Hinzu kommt eine ganze Generation von Kindern, die hier geboren ist. Selbst versorgen können sich die Bewohner der Camps um Dadaab nicht –als Flüchtlinge haben sie keine <strong>Arbeitserlaubnis</strong> und damit auch keine Chance, eigenes Geld zu verdienen.</p>
<div id="attachment_1681" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/08/zelt_150.jpg"><img class="size-full wp-image-1681 " title="Ein Zelt in Dadaab." src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/08/zelt_150.jpg" alt="Ein Zelt in Dadaab." width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Zelt in Dadaab.</p></div>
<p>In den vergangenen sechs Wochen sind zusätzlich 80.000 Dürreflüchtlinge angekommen. Eine Zeltstadt in der Wüste, keine Möglichkeit zu arbeiten und erst mal keine Perspektive, dass sich etwas an diesem Status ändert. Es sind keine schönen Umstände, die die Menschen hier erwarten.  Und dennoch: immer mehr Somalis kommen nach Dadaab, weil sie hier etwas erhalten, was sie in ihrer Heimat nicht haben: Eine <strong>Grundversorgung</strong> mit <strong>Trinkwasser</strong>, <strong>Nahrungsmitteln</strong> und <strong>Hygieneartikeln</strong>.</p>
<p>Weil in den vergangenen Wochen so viele neue Flüchtlinge nach Dadaab gekommen sind, unterstützt die Welthungerhilfe die Organisationen, die unter Leitung des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (<strong>UNHCR</strong>) schon länger hier tätig sind. Seit letzter Woche verteile ich mit den Kollegen unserer italienischen Partnerorganisation <strong>CESVI</strong> Wasserkanister und Seife an die Neuankömmlinge. Wir werden in den nächsten Tagen 6.000 <strong>Hygienepakete</strong> an etwa 24.000 Menschen ausgeben. Bis Ende des Jahres wird die Welthungerhilfe mit Verteilungen zusätzlicher Hygienepakete rund  65 Prozent des Bereiches <strong>WASH</strong> abdecken, das ist die Versorgung im <strong>Wasser-, Sanitär- und Hygienebereich</strong>. In den nächsten Wochen rechnen wir mit insgesamt  180.000 Menschen die sich nach Dadaab flüchten, diese Menschen wollen wir mit unseren Hygienepaketen  erreichen.</p>
<div id="attachment_1688" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/08/dadaab_verteilung_150.jpg"><img class="size-full wp-image-1688" title="Die Welthungerhilfe verteilt Wasserkanister." src="http://www.welthungerhilfe-blog.de/wp-content/uploads/2011/08/dadaab_verteilung_150.jpg" alt="Die Welthungerhilfe verteilt Wasserkanister." width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Die Welthungerhilfe verteilt Wasserkanister.</p></div>
<p>Die Verteilungen hier in Dadaab laufen ganz anders ab, als ich es von vorherigen Nothilfe-Einsätzen kenne. In der Regel sprechen die Nothelfer ihre Aktivitäten zwar untereinander ab , damit die Hilfe bei den richtigen Personen ankommt. Doch meist verteilt jede Organisation ihre Hilfsgüter wie Essen, Nahrungsmittel, Zelte, Hygieneartikel selbst. Nicht so in Dadaab: Hier hat sich die Welthungerhilfe mit anderen Organisationen zusammengetan, die auch im <strong>Hygienebereich</strong> tätig sind. Wir packen gemeinsam <strong>Versorgungspakete</strong> für die Flüchtlinge. Die großen Säcke, in denen alles eingepackt wird, tausende Kanister, die <strong>Waschschüsseln</strong> und fast die gesamte <strong>Seife</strong> sind zum Beispiel von der Welthungerhilfe. Andere Organisationen steuern weitere Wasserkanister und Eimer bei. Diese Zusammenarbeit mit den anderen Organisationen in Dadaab gefällt mir sehr gut. Es macht wirklich Sinn so zu arbeiten, jeder packt beim anderen mit an und dadurch ist unser Einsatz sehr effektiv.</p>
<p>Was mir derzeit große Sorgen bereitet, ist die <strong>Cholera</strong>: Sie ist in verschiedenen Regionen Somalias  ausgebrochen, nun besteht die Gefahr, dass sie von somalischen Flüchtlingen nach Dadaab eingeschleppt wird. Das wäre eine <strong>Katastrophe</strong>: 400.000 Menschen leben in Dadaab auf engstem Raum, die <strong>Durchfallerkrankung</strong> könnte sich blitzschnell ausbreiten. Damit das nicht passiert, bereiten wir schon jetzt Präventionsmaßnahmen vor. Neben den neu angekommenen <strong>Dürreflüchtlingen</strong> sollen in den nächsten Wochen auch die 300.000 Menschen, die schon seit Jahren hier leben, von der Welthungerhilfe mit Wasserkanistern und Seife versorgt werden. Cholera-Infektionen lassen sich ja schon durch einfache Maßnahmen vermeiden, zum Beispiel indem man sich regelmäßig die Hände wäscht oder sauberes Wasser trinkt. Um das tun zu können, brauchen die Menschen eben <strong>Hilfsgüter</strong> wie Seife oder Wasserkanister. In den nächsten Wochen wollen wir außerdem in einer „Haus zu Haus Kampagne“ darüber informieren, mit welchen Hygienemaßnahmen die Cholera verhindert werden kann.</p>
<p>Dafür, dass sich das <strong>Leben</strong> der Menschen in Dadaab nicht noch weiter verschlechtert oder mangels Hygiene durch<strong> Krankheit</strong> bedroht wird, wird sich die Welthungerhilfe in den kommenden Wochen einsetzen. Dass dies überhaupt so schnell möglich war, ist auch der hohen <strong>Spendenbereitschaft</strong> aus <strong>Deutschland</strong> zu verdanken. Dafür danke ich Ihnen sehr.</p>
<p>Herzliche Grüße aus Dadaab</p>
<p>Ihr Jürgen Mika</p>
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