Liebe Freundinnen und Freunde der Welthungerhilfe,
zur heutigen Rede der Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul im Bundestag möchte ich folgendes anmerken:
Ländliche Entwicklung ist in der Rede der Ministerin nur eine Randnotiz. Das ist angesichts von fast einer Milliarde hungernden Menschen weltweit der dramatischen Lage nicht angemessen. Auf dem Höhepunkt der Nahrungsmittelkrise auf dem UN-Gipfel in Rom Mitte vergangenen Jahres hat die Bundesregierung angekündigt, 800 Millionen Euro zusätzlich zur Hungerbekämpfung einzusetzen. Bis heute wissen wir nicht, ob die Hilfe bei den Menschen ankommt, die sie am dringendsten brauchen, den Kleinbauern und Landlosen in den ländlichen Gebieten der Entwicklungsländer. Wie beim jüngsten UN-Treffen in Madrid bleibt es bei Lippenbekenntnissen und unverbindlichen Absichtserklärungen.
Wo Menschen hungern, sind alle anderen Entwicklungsmaßnahmen zum Scheitern verurteilt. Zwei von drei Hungernden leben auf dem Land. Sie brauchen bessere Anbaumethoden, angepasstes Saatgut, einfache Bewässerungssysteme und Brunnen. Nur dann können auch die von der Ministerin zu recht in den Mittelpunkt gestellten Frauen sich und ihre Kinder ernähren. Das Weißbuch des Entwicklungsministeriums 2008 ist angesichts der Ernährungs- und Finanzkrise überholt und muss überarbeitet werden. Dabei muss mehr Transparenz und Verbindlichkeit über den Einsatz der Mittel geschaffen werden. Der Schwerpunkt muss klar auf Hungerbekämpfung und ländliche Entwicklung gelegt werden, sonst werden wir das erste Millenniumsziel, die Halbierung von Hunger und Armut, nie erreichen.
Herzlichst,
Ihr Hans-Joachim Preuß




























