Verteilungen in Haiti: Plastik-Planen für ein bisschen Schutz
Vor einer Woche habe ich meine Kollegin Simone Pott hier in Haiti abgelöst. Heute nehme ich an einer Verteilung in Petit Goave westlich von Port-au-Prince teil. Wir kommen rechtzeitig am Zielort an. Bei dem Verkehr rund um Port-au-Prince und den Unwidrigkeiten unterwegs nicht selbstverständlich. Schwer zu schätzen, wie viele Menschen bereits rund um die Schule warten – es sind Hunderte. Birgit Zeitler, meine Kollegin aus dem Nothilfe-Team und ich warten auf die Anderen.
Neben Thomas Hörz, der gleich mit den LKWs kommen wird, und den KollegInnen unserer Partnerorganisation Mouvman kole zepol (M.Ko.Ze), die uns helfen werden, sind das vor allem – Militärs! Da kommt schon der Jeep mit dem Sergeant der sri-lankischen UN-Blauhelme samt drei Kollegen. Verdammt, das werden doch nicht alle sein? Nein, da hinten kommt ein Lastwagen mit insgesamt 20 weiteren Blauhelmen. Sie springen von der Ladefläche und fangen gleich an, Stacheldraht rund um die Schule zu ziehen.
Moment mal: Humanitäre Helfer und Stacheldraht? Welthungerhilfe und schwer bewaffnete Soldaten? Ja! Wir sind sehr froh darüber, dass sie hier sind; haben uns am Tag zuvor mit ihnen besprochen, wie wir die Verteilung durchführen wollen. Unsere Erfahrung hat uns gezeigt, dass es hier derzeit unmöglich ist, „einfach so“ Nahrungsmittel oder eine Notausrüstung an die wirklich Bedürftigen zu verteilen, denn die können sich gegen die Stärkeren, die Dreisten, nicht durchsetzen. Deshalb helfen uns die Soldaten unter dem Schirm der UN-Mission auf Haiti, so dass wir hier schnell und geordnet arbeiten können.
Und deshalb haben wir uns auch dazu entschlossen, nur an Frauen zu verteilen: Die sind vernünftiger, nicht so gewalttätig wie (junge) Männer – und bei ihnen sind die verteilten Waren gut aufgehoben. Die Kollegen von unserer Partnerorganisation M.Ko.Ze haben tags zuvor 850 Familien ausgewählt, die heute große robuste Planen und Seile erhalten werden. Bei der Auswahl gibt es klare Kriterien: Alte (alleinstehende) Frauen, Schwangere, Kranke, Familien mit vielen Kindern und solche, die noch gar nichts bekommen haben, haben Vorrang. Sie sind auf eine Liste gekommen und haben für die Verteilung kleine Kärtchen mit einer Nummer, unserem Stempel und ihrem Namen erhalten. Dadurch wissen wir heute, wer zu Recht in der Schlange steht. Kein Zettel, keine Planen – so geht es einfach und gerecht zu. Dennoch ist der ganze Stadtteil auf den Beinen – unter lautstarken Kommentaren, Rufen und viel Gedränge und Geschiebe.
Von rechts kommen sie, eine nach der anderen, junge, alte, kranke Frauen und lachende Mädchen. Sie geben ihre Zettelchen am Eingang ab, warten in der Reihe – und scheinen sich alle sehr über die Planen zu freuen. Die Regenzeit steht bevor, da ist Schutz für Feuchtigkeit sehr willkommen. Alle, die hier stehen, haben keine Häuser mehr, schlafen auf Platzen oder Wiesen im Freien, oft nur durch ein Laken von den „Nachbarn“ getrennt. Aber warum Planen statt Zelte? Ganz einfach: Die sind viel flexibler einsetzbar, können in der Größe variiert und mit den Seilen fixiert werden. Außerdem halten sie länger, denn für die überlebenden Opfer des Erdbebens wird es noch lange dauern, bis sie wieder ein normales Leben führen können.
Ich bin verblüfft, wie flott die Aktion vonstatten geht – 850 Familien sind ja nicht gerade wenig. Nach 1,5 Stunden sind die LKWs leer, alle Planen und Seile verteilt. Die Versammlung löst sich auf, der Stacheldraht wird eingerollt, Kinder schnappen sich blitzschnell die Kartons, in denen die Planen waren. Die Blauhelme verabschieden sich, wir sprechen noch kurz mit dem Dorfkomitee. Wir konnten die Richtigen erreichen, es lief alles ruhig und zügig ab – sehr gut!
Mit freundlichem Gruß
Ralph Dickerhof
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Am 4. Februar 2010 um 09:28 Uhr
ich wuenschte mir das ich auch da mit euch waere und den leuten geholfen haette.was ihr da macht ist wirklich eine tolle arbeit zu der menschheit.ich werde den Gott bitten das er euch noch mehr kraft gibt damit ihr es weiter machen koennt.diese welt braucht es.einer seit die Menschen toeten einander fuer religion ,fuer geld unw und auf der anderen seite leute wie ihr alles vergisst,die religion ,geld ,eigene familie und geht hin und helft den leute die hilfe brauchen.also eins muss ich sagen eure familie musenn sehr stolz auf euch sein.ihr seid die Helden.macht weiter so.ich bedanke mich bei euch fuer die leistung fuer die welt.
alles gute !!
Am 7. Februar 2010 um 11:20 Uhr
Was für ein Kotau vor der friedliebenden Frau, dem per Definition besseren Wesen!
Kurzzusammenfassung: Katastrophen müssen benutzt werden, um ‘Geschlechterrollen dauerhaft umzuformen’ selbst um den Preis größten Unrechts: vgl Sarah Henshaw: Lohn an Männer für Wiederaufbau, der den Frauen ausgehändigt wird, anschließend Überschreiben der Häuser an die Frauen, etc.; Frauenkontrolle über alles wird gefordert.
Aha. DAS ist also die Motivation zur ‘unbürokratischen’ Hilfe! Nutzen von Katastrophen, um Frauenmacht zu installieren und zementieren.
Wieso es zu gewalttätigen Übergriffen durch Männer kommt, sieht man jetzt klarer.
Am 7. Februar 2010 um 11:55 Uhr
Das ist ja wohl die Höhe. Es sit sicherlich richtig, wenn man sich (zur Not auch bewaffnete) Untersützung holt, um die Hilfsgüter gerecht zu verteilen. Es ist ja aber wohl eine Dreistigkeit und ein Sexismus sonders gleichen, die Verteilung nur an Frauen durchzuführen. Was machen eigentlich alleinstehende Männer? Ach die sollen arbeiten, die Klappe halten und können ruhig verrecken. Bisher habe ich regelmäßig für die Welthungerhilfe gespendet. Das ist aber jetzt dauerhaft vorbei. Keinen Cent mehr für diesen in meinen Augen höchst sexistischen Verein!!!
Am 7. Februar 2010 um 12:28 Uhr
Merkt ihr gar nichts mehr?
Nahrungsmittel nur an Frauen?
Geschlechter-Rassismus, übel!
Zum Retten durften Männer ungeschützt auf den Beton-Wüsten rumklettern, Frauen habe ich dort keine gesehen.
jetzt können Männer ruhig verhungern!
Gender-Femi-Rassismus, langjährig vorbereitet durch tägliches Männer-nieder-machen.
Toll!
Lasst euch nichts mehr gefallen!
Forum Männerrechte -
Am 7. Februar 2010 um 12:48 Uhr
Merkt ihr gar nichts mehr?
Nahrungsmittel nur an Frauen?
Geschlechter-Rassismus, übel!
Zum Retten durften Männer ungeschützt auf den Beton-Wüsten rumklettern, Frauen habe ich dort keine gesehen.
jetzt können Männer ruhig verhungern!
Gender-Femi-Rassismus, langjährig vorbereitet durch tägliches Männer-nieder-machen.
Toll!
MÄNNER!, lasst euch nichts mehr gefallen!
Forum Männerrechte -
Am 7. Februar 2010 um 13:19 Uhr
Nur damit ich das richtig verstehe…
Nahrungsmittel werden nur an Frauen verteilt, weil Männer angeblich gewalttätiger wären oder unvernünftiger??? Wie sexistisch ist das denn bitteschön? Sollen Männer jetzt von der Gnade der achso friedliebenden Frau abhängig sein oder wie?
Nie werde ich Ihnen oder anderen Hilfsorganisationen auch nur einen Cent spenden, solange diese Geschlechts-Aparthheid nicht aufhört.
Ich fordere jeden Mann auf, nichts mehr zu spenden bis auch Männer Nahrungsmittel bekommen. Seid ihr noch ganz Sauber???
Am 7. Februar 2010 um 13:51 Uhr
Ich finde es abartig, Männer von den Essensverteilungen auszuschließen. Sie dürfen schuften. Na klar. Essen verdienen. So haben es die Gender-Wächter(-innen!) gerne. Dieser “Lohn” wird dann an die Frauen (ausschließlich!) verteilt. Hat sich mal jemand Gedanken gemacht, was für abscheuliche Gedanken dahinter stehen? Änderung der Geschlechterrollen - in diesem Zusammenhang Ausnutzung von Naturkatastrophen, Nutzen der Notlage von Menschen. Man nimmt in Kauf, daß Männer einfach hungern bzw. sterben. Sind ja nur Männer, könnte man sagen. Sagt man natürlich nicht, das würde dann doch zu sehr auffallen, oder?
Nee danke. Das ist unmenschlich. Gestern hat mir jemand gesagt: “Feminismus in die Tonne.” Etwas polemisch, aber Recht hat er.
Rex Mager.
Am 7. Februar 2010 um 14:08 Uhr
Da wird also nur an Frauen verteilt, weil es gewalttätige Männer gibt. Gibt es keine gewalttätigen Frauen? Diese Rechtfertigung ist übelster Sexismus, aber Männerleben sind eben noch lange nicht so viel wert wie die von Frauen.
Am 7. Februar 2010 um 15:21 Uhr
[…] Und deshalb haben wir uns auch dazu entschlossen, nur an Frauen zu verteilen: Die sind vernünftiger, nicht so gewalttätig wie (junge) Männer – und bei ihnen sind die verteilten Waren gut aufgehoben. Die Kollegen von unserer Partnerorganisation M.Ko.Ze haben tags zuvor 850 Familien ausgewählt, die heute große robuste Planen und Seile erhalten werden. Bei der Auswahl gibt es klare Kriterien: Alte (alleinstehende) Frauen, Schwangere, Kranke, Familien mit vielen Kindern und solche, die noch gar nichts bekommen haben, haben Vorrang. Sie sind auf eine Liste gekommen und haben für die Verteilung kleine Kärtchen mit einer Nummer, unserem Stempel und ihrem Namen erhalten. Dadurch wissen wir heute, wer zu Recht in der Schlange steht. Kein Zettel, keine Planen – so geht es einfach und gerecht zu [hier] […]
Am 7. Februar 2010 um 19:49 Uhr
Es freut einen wenn man damit die Richtigen erreichen konnte. Allerdings ist es interessant wie junge, alte, kranke Frauen und lachende Mädchen aber keinerlei Männer die Richtigen sind. Genau so wie perse nur junge, alte, kranke Frauen und lachende Mädchen aber keinerlei Männer bedürftig sind. Ich frage mich auch wie verteilte Waren nur bei allen anderen nur nicht bei Männer gut aufgehoben sein können? Gibt es eigentlich auch irgendwelche Anhaltspunkte die belegbar begründen können, dass Frauen vernünftiger und gerechter sind?
Aber Moment mal, humanitäre Hilfe mit Stacheldraht, bewaffneten Soldaten und von vorn herein aus selektierten Männern?
Es würde mich freuen wenn Sie endlich mal die Frage stichhaltig beantworten könnten, warum Männer, wahrscheinlich vor allem junge und alleinstehende Männer, diskriminiert werden, abhängig vom guten Willen der Frauen gemacht werden wenn zugleich Frauen unabhängig mit Entscheidungshoheit über Männer gemacht werden? Denn mit Gerechtigkeit und Fairness hat das reichlich wenig zu tun. Ich werfe Ihnen vor mit dieser Geschlechterselektion Gewalt zu provozieren, denn ich als Mann würde mich genauso ungerecht behandelt fühlen wenn ich von Blauhelmsoldaten mit Waffen abgedrängt werde. Umso interessanter dürfte die Frage werden wann sich die Gewalt der unter fadenscheinigen Gründen ausselektierten Männer gegen die Frauen richtet, schließlich haben die keine Waffen die man kurzerhand den Männern unter die Nase halten kann. Aber ich bin mir sicher, dass auch für diesen Fall schon irgendwelche Pläne existieren. Notfalls gibt man eben Waffen an Frauen aus, damit sie auch vernünftig und gerecht darüber entscheiden können welcher Mann es Wert ist am Leben zu bleiben.
Am 7. Februar 2010 um 20:39 Uhr
Zitat “Und deshalb haben wir uns auch dazu entschlossen, nur an Frauen zu verteilen: Die sind vernünftiger, nicht so gewalttätig wie (junge) Männer – und bei ihnen sind die verteilten Waren gut aufgehoben.”
Her Dieckerhoff, Ihnen ist doch wohl klar, dass man eine solch klischeehafte, unbewiesene Behauptung durchaus als Sexismus werten kann - oder hinsichtlich der schon in der Vergangenheit bekannten einschlägigen Ausrichtung der Welthungerhilfe sogar geradezu muss!
Woher eigentlich, Herr Dieckerhoff, beziehen alleinstehende (junge) Männer ihre Nahrung, wenn nicht von einer NGO? Oder gehen Sie davon aus, dass die schon “irgendwie” etwas abbekommen? Und sind Sie schon mal auf die Idee gekommen, dass diese bösen, bösen jungen Männer sogar ganz gezielt von ihren Frauen, Müttern und Schwestern zur Verteilstation geschickt worden sein könnten - mit dem Wissen um deren körperliche Stärke? Männer als Erfüllungsgehilfen für Frauen (im Hintergrund), das gibt es in Ihrer Welt offenbar nicht!
Wenn Sie den ruhigen Verlauf der Aktion als Erfolg verbuchen, dann können sie offenbar nicht weiter als bis zu ihrer Nasenspitze denken, denn durch ihr Vorgehen wurde der Verteilungskonflikt nur verlagert! Denn Männern mit geringem sozialen Status, oder fehlender sozialen Bindung, bleibt so gut wie keine andere Möglichkeit, als sich die Nahrung mit “Gewalt” zu beschaffen. Aber das werden Sie dann wohl wieder als “Beweis” für deren männlichen Egoismus nehmen.
Dass also diejenigen, die da drängeln, am verzweifelsten sind, weil sie eben keine Familie haben, von der sie partizipieren könnten, ist Ihnen wohl nie in den Sinn gekommen?!
Mir reichts! Ich werde nun endgültig dafür sorgen, dass mein Bekanntenkreis zukünftig keinen müden Cent mehr für Ihre sexistische “Entwicklungshilfe” spenden wird. Und ich werde meine Überlegungen auch in größeren Kreisen und bei entsprechenden Anlässen äußern. Ich habe nämlich die Schnauze endgültig voll, von einer schier menschenverachtenden Selektion nach Geschlecht, die ich - hinsichtlich der angeführten Klischees und Vorurteile - durchaus mit Geschlechterrassismus gleichsetze.
Am 7. Februar 2010 um 20:44 Uhr
Ich bin sehr überrascht, das bestimmte Personengruppen von der Hilfe ausgenommen sind (in diesem Fall Männer). Ich habe auch Geld für die Erdbebenopfer gespendet, bin jedoch davon ausgegangen dass die Hilfe allen Menschen zugute kommt, unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Geschlechto.ä.
Falls ich wiedereinmal etwas spenden sollte, werden ich mir die Hilfsorganisation wohl etwas genauer ansehen.
Am 8. Februar 2010 um 13:01 Uhr
Liebes Welthungerhilfe-Team,
wie man in diesem Blog lesen kann, verteilt ihr in Haiti die Hilfsmittel nur noch an Frauen. Ihr handelt damit getreu eurer ideologischen Ausrichtung (”Frauen stärken”) und tragt damit aktiv dazu bei, dass die Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern neu geordnet werden.
In diesem Sinne wäre es nur konsequent, wenn ihr bekanntmachen würdet, dass ihr keinerlei Spenden von Männern mehr entgegennehmen möchtet. Wenn Männer nur noch dazu gut sind, schwere Lasten zu schleppen und sie dann ausschließlich an Frauen zu verteilen, offenbart ihr damit eine derart abwertende Haltung gegenüber dem männlichen Geschlecht in seiner Gesamtheit, dass es für euch ethisch sicherlich nicht vertretbar ist, von solchen per se “gewalttätigen” und “unvernünftigen” Subjekten auch noch finanziell unterstützt zu werden.
Ich persönlich empfinde eure konsequent frauenfreundliche Ausrichtung jedenfalls als Aufforderung, der Welthungerhilfe nichts mehr zu spenden. Zum Glück gibt mir der Spendenratgeber von MANNdat e.V. genügend Alternativen zur Hand, bei denen ich sichergehen kann, dass mein Geld nach Bedürftigkeit verteilt wird und nicht nach Geschlecht.
Am 8. Februar 2010 um 13:08 Uhr
Liebe engagierte Männer (und Frauen),
es tut mir leid, dass unsere letzten Berichte und Blogs zu Haiti zu manchen Missverständnissen geführt haben. Deshalb ergreife ich gern die Gelegenheit, diesen falschen Eindruck zu korrigieren und die Fakten noch einmal klarzustellen. Bei der Verteilung von Hilfsgütern an Frauen handelt es sich im Grunde nur um die Frage, wer die Einkaufstüten nach Hause trägt. Die Hilfsgüter wurden in der Tat bei den letzten Verteilungen ausschließlich an Frauen verteilt. Hinter diesen Frauen stehen aber natürlich ganze Familien mit einem Mann und mindestens vier Kindern. Die Rationen, die dort vergeben wurden, sind immer für eine fünfköpfige Familie berechnet. Am Ende essen also alle vom Reis mit Bohnen und Öl. In Haiti ist es üblich, wie in vielen anderen Entwicklungsländern auch, dass die Frauen die Mahlzeiten bereiten.
Frauen sind also keine besseren Menschen! Sie sind bei den Verteilungen einfach geduldiger und nicht so schnell bereit, körperliche Kraft einzusetzen. Das sind unsere Erfahrungen, die wir im Laufe unserer langjährigen Entwicklungsarbeit gemacht haben. Diese körperliche Kraft kommt den Männern bei den Hilfsprojekten mit der Bezeichnung “Cash for work” zugute. Dort erhalten sie umgerechnet 4,- Euro pro Tag, wenn sie sich an der Beseitigung des Schutts und der Trümmer mit Schaufeln und Schubkarren beteiligen. In diesen Hilfsprojekten werden speziell die Männer angesprochen.
Am Ende wird kein Rassismus der Geschlechter betrieben, sondern die Aufgaben werden so verteilt, dass die Familien insgesamt profitieren!
Für weitere Fragen oder Anregungen stehe ich Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung.
Liebe Grüße,
Simone Pott
Am 8. Februar 2010 um 15:33 Uhr
@ Simone Pott
Nene, wir Männer haben nur zu gut verstanden….
Ausserdem ..Frauen die Kochen und Männer die körperlich arbeiten…das sind Geschlechtsrollen aus dem 19 Jahrhundert laut Gender Mainstreaming….
Wieso denn hier nicht mal andersrum und Rollentauschen…Männer bekommen das Essen und bereiten Nahrung zu und Frauen tragen den Schutt ab…Powerfrauen sollen doch zeigen was sie können..nur zu….
Bevor ich in Zukunft etwas spende, werde ich mich vorher auch informieren, ob die Spenden an alle ohne Ansehen von Geschlecht Hautfarbe o.ä. gerecht verteilt werden.
Am 8. Februar 2010 um 19:56 Uhr
Liebe Frau Pott,
das beantwortet leider nur einen Teil der Fragen. Wenn Sie schreiben, dass zuletzt *ausschließlich* an Frauen verteilt wurde, frage ich mich schon was mit Alleinstehenden Männern oder mit Familien ohne Mutter ist. Wiederum Alleinstehende Frauen werden wohl kein Problem haben Lebensmittel zu bekommen.
Wie wird hier eigentlich gewährleistet, dass auch wirklich die Hilfsbedürftigen etwas abbekommen und zudem wie wird eigentlich entschieden wer hilfsbedürftig ist und wer nicht? Bisher hört sich das immernoch danach an als ob man einen Schaden zuungunsten von Männern in Kauf nimmt.
Wie immer wieder in Berichten behauptet wird, wären Frauen vernünftiger, gerechter, geduldiger und nicht so gewaltvoll usw. Ich denke ich muss nicht extra nach Haiti fliegen um festzustellen, dass man Frauen dabei etwas zu viel gutes unterstellt. Insofern wäre hier die Frage wie die Hilfen tatsächlich ankommen? Wer kann schon garantieren, dass die Mutter nicht die Kinder einpackt und über alle Berge abhaut.
Zudem kann ich mich nicht mit dem Titanic-Prinzip, Frauen, Kinder und Alte zuerst, anfreunden. Gerechterweise müsste man Männer und Frauen auf eine Stufe stellen.
Ebenfalls wenig anfreunden kann ich mich mit dem Bild der Lebensmittelausgabestellen das in einigen Zeitungsartikeln vermittelt wird. Wenn ich lese, dass dort gleich Blauhelme mit Waffen vom Wagen springen um die Männer abzudrängen, während der Hilfsarbeiter mit den Frauen in der Schlange “Oh Halleluljah!” singt, beruhigt und Hände schüttelt, packt auch mich hier als Mann die Wut darüber wie Männer dort behandelt werden. Solchen Methoden werfe ich vor Gewalt zu provozieren. Immerhin gab es auch schon Beschwerden über die Arroganz der Helfer und Soldaten. Interessant dürfte die Frage sein wie man der Gewalt entgegentritt wenn es letztendlich ausartet?
Am 8. Februar 2010 um 23:48 Uhr
Nahrungsmittel nur an Frauen? Ich hätte nicht gedacht, dass der Sexismus in der Welthungerhilfe inzwischen soweit vorangeschritten ist. Ich bin froh, Ihrer Organisation nichts gespendet zu haben und werde das auch nur dann tun, wenn endlich ALLEN Opfern gleichermassen geholfen wird.
Am 8. Februar 2010 um 23:53 Uhr
Das sind keine Missverständnisse. Es ist nur allzu klar geworden, was da in den Köpfen herumspukt. Solche Organisationen gehört im Grunde jede Unterstützung gestrichen.
Am 9. Februar 2010 um 02:16 Uhr
@ Simone Pott,
“Bei der Verteilung von Hilfsgütern an Frauen handelt es sich im Grunde nur um die Frage, wer die Einkaufstüten nach Hause trägt”.
Unglaublich; da sterben rund 200.000 Menschen in Haiti und die Welthungerhilfe geht offensichtlich von intakten Familienstrukturen aus. Dass es Männer gibt, deren Einkaufstüten-nach-Hause-tragenden-Frauen möglicherweise bei dem Erdbeben ums Leben gekommen sind, scheint niemanden zu interessieren. Meine Frau und ich haben 100 € an die Welthungerhilfe gespendet mit der Absicht, Hilfebedürftige zu unterstützen. Es war uns nicht bewusst, dass unsere Spende Männer ausschließt. Mit Sicherheit war das unsere letzte Spende für die Welthungerhilfe.
Menschen, die um ihr Überleben kämpfen nach Geschlecht zu diskriminieren …
… das treibt mir nicht nur die Tränen in die Augen, das ist menschenverachtend.
Am 9. Februar 2010 um 12:08 Uhr
Liebe Diskutierende,
jetzt schalte ich mich auch mal ein. Ich war bei den Verteilungen in Haiti dabei und bin, ehrlich gesagt, immer noch völlig platt über die Reaktionen auf den Bericht von Ralph. Wenn überhaupt hätte ich mit Reaktinen in dem Tenor gerechnet, wie wir denn die Frauen in der Hitze anstehen lassen können, um sie dann die schweren Reissäcke nach Hause tragen zu lassen. Aber auf keinen Fall hatte ich damit gerechnet, dass sich Männer (in Deutschland) angegriffen fühlen könnten.
Daraufhin habe ich mir den Bericht von Ralph nochmals durchgelesen und glaube, dass es sich hierbei um ein Missverständnis handelt. Erst vor wenigen Tagen bin ich aus Haiti zurückgekehrt, wo ich direkt nach dem Beben hinflog, um die Verteilungen der Welthungerhilfe mit zu organisieren. Zuerst einmal: Wir wählen keine einzelnen Frauen aus. Sondern es werden immer Familien ausgewählt nach dem Grad der Bedürftigkeit. Und auch das machen wir hier nicht im Alleingang, sondern zusammen mit Haitianern. Findet eine Verteilung in einem der spontanen Camps statt, gibt es dort ein Komitee, das die Menschen kennt und den entsprechenden Kontakt hat. Wird nicht direkt in einem Camp verteilt, sondern in einem Stadtviertel, gibt es auch hier entweder ein Komitee oder eine lokale Organisation, die schon vor dem Beben aktiv war und die Menschen kennt. Diese wählen dann die Familien aus die berechtigt sind, an den Verteilungen teilzunehmen.
So, nun zu den Frauen. Bei der ersten, von uns durchgeführten Verteilung hatten wir keine Vorgaben gemacht, welches Familienmitglied die Nahrungsmittel empfangen darf. Das Ergebnis war, dass zwar der Großteil der Menschen in der Schlange standen, um an die Hilsfgüter zu kommen. Aber dann ein kleiner Teil junger, starker Männer die Frauen verdrängt haben und so viele Hilfsgüter an sich rissen, wie sie bekommen konnten. Die Verteilung mußte daraufhin abgebrochen werden! Aufgrund dieser Erfahrung haben wir uns mit unseren haitianischen Kollegen zusammengesetzt und gemeinsam überlegt wie wir verhindern können, dass Wenige eine geordnete Verteilung für Viele stören können.
Ein Ergebnis dieser Diskussion war, dass die Präsenz der UN-Truppen verstärkt werden müsse und ein zweites Ergebnis war (vor allem auch von den haitianischen Kollegen), dass nur Frauen zu Abholung der Hilfsgüter kommen sollten. Bei der Vorbereitung der nächsten Verteilung wurde dies mit den ausgewählten Familien besprochen und diese Familien hatten kein Problem damit! Das bedeutet nicht, dass nur Familien mit Frauen zur Verteilung zugelassen sind, sondern einfach nur, dass die Familien nur Frauen schicken. Für einen Vater, der aufgrund des Bebens seine Frau verloren hat, bedeutet das ganz einfach, dass er eine Verwandte oder Nachbarin schickt, die für ihn und seine Kinder die Hilfsgüter abholt. Die Verteilung, die nach diesem Prinzip durchgeführt wurde, verlief ruhig und geordnet ab, so dass alle im Vorfeld ausgewählten Familien ihre Hilfsgüter bekamen. Nach der Verteilung haben wir die Familien befragt - und wir bekamen eine positive Rückmeldung über die Art der Verteilung. Ganz klar will ich hiermit sagen: Die haitianischen Frauen und AUCH die haitianischen Männer haben uns versichert, dass unsere Verteilungsstrategie sinnvoll ist.
Für mich persönlich ist es wichtig, dass alle im Vorfeld ausgewählten Familien bei einer Verteilung was bekommen, dass ein Verteilung ruhig und geordnet abläuft und dass nicht das Recht des Stärkeren gilt. Wenn wir das momentan vor Ort nur erreichen können, indem wir den Familien sagen, sie sollen Frauen zur Abholung schicken, dann ist das für mich völlig in Ordnung.
Viele Grüße
Birgit Zeitler
Am 9. Februar 2010 um 12:30 Uhr
@ Simone Pott,
“Bei der Verteilung von Hilfsgütern an Frauen handelt es sich im Grunde nur um die Frage, wer die Einkaufstüten nach Hause trägt”.
Da sterben rund 200.000 Menschen und die Welthungerhilfe geht offensichtlich von intakten Familienstrukturen aus. So naiv kann man doch gar nicht sein. Dass es Männer gibt, die keine Frau (mehr) haben, die ihnen eine Einkaufstüte nach Hause trägt, kommen in den Überlegungen der Welthungerhilfe anscheinend nicht vor.
“Frauen sind also keine besseren Menschen! Sie sind bei den Verteilungen einfach geduldiger und nicht so schnell bereit, körperliche Kraft einzusetzen”.
Sie sind keine besseren Menschen, sie werden aber so behandelt. Frauen können auch geduldiger sein, weil sie im Unterschied zu Männern sicher sein können, eine Einkaufstüte zu bekommen.
Menschen, die um ihr Überleben kämpfen nach Geschlecht zu diskriminieren …
… unfassbar, das ist widerlich und menschenverachtend. So wollte ich meine Spende nicht eingesetzt wissen.
Und übrigens, wenn man mittels Soldaten und Androhung von Waffengewalt eine geschlechterabhängige (und somit konfliktträchtigere) Lebensmittelversorgung einrichtet, dann hätte man mit den gleichen Mitteln genauso gut eine funktionierende geschlechterunabhängige Lebensmittelversorgung einrichten können.
Am 9. Februar 2010 um 13:39 Uhr
Liebe deutsche Maenner!
Nun bin ich ehrlich gestanden platt. Seit 9 Jahren lebe ich in Afrika, von dem man ja immer sagt, es sei so “machohaft”, und Frauen wuerden von den Maennern systematisch unterdrueckt. Aber Aussagen, wie ihr sie in euren Beitraegen macht, habe ich hier noch von keinem afrikanischen Mann gehoert. Ich bin, gelinde gesagt, verbluefft. Vielleicht ist ja in Fragen Gleichberechtigung der Geschlechter (und die faengt in den Koepfen an) das Entwicklungsland gar nicht in der suedlichen Hemisphaere zu suchen, sondern in meiner eigenen Heimat?
Es gruesst herzlich,
Iris
Am 9. Februar 2010 um 22:06 Uhr
Hallo Ihr armen Männer,
klar seid ihr auch das friedliebende, kochende, einkaufende, sich sorgende Volk!!?? Wer hätte das ja von euch anders gedacht oder gar erwartet!
Deshalb wurde die erste Verteilung der Deutschen Welthungerhilfe auch abgebrochen (zu sehen bei der besten Sendezeit der ARD in der Tagesschau). Später berichteten auch Tageszeitungen (nicht auf der Sportseite!!), dass die Verteilung nicht so unbedingt abgebrochen wurde, sonder 3!!! LKW Ladungen voller Lebensmittel geklaut wurden. Es waren dort keine alten Frauen, zierliche Mädchen, oder kleine Kinder zu sehen, sondern nur gut gebaute junge Männer.
Ich bin froh, dass es Menschen (aus einem funktionierendem Staat, mit Krankenversicherung, Hartz 4 usw..) gibt, die ihr Leben dort für die Nothilfe riskieren. Aber sollte man deren Tod (oder sei es auch nur eine Verletzung) wirklich provozieren? Auch wenn man „nur“ an Frauen verteilt, werden die Lebensmittel (oder sonstige Güter) dort ankommen, wo sie hinsollen. Frauen werden sie eher nicht auf dem Schwarzmarkt verticken – das widerspricht dem Naturell.
Hilfsgüter vorerst nur an Frauen zu verteilen ist nur vernünftig – und beschützt das Leben des dort anwesenden Nothilfeteams.
Hochachtung an alle die dort sind oder waren.
Am 10. Februar 2010 um 01:18 Uhr
“Jetzt schalte ich mich auch mal ein. Ich war bei den Verteilungen in Haiti dabei und bin, ehrlich gesagt, immer noch völlig platt über die Reaktionen auf den Bericht von Ralph. Wenn überhaupt hätte ich mit Reaktinen in dem Tenor gerechnet, wie wir denn die Frauen in der Hitze anstehen lassen können, um sie dann die schweren Reissäcke nach Hause tragen zu lassen. Aber auf keinen Fall hatte ich damit gerechnet, dass sich Männer (in Deutschland) angegriffen fühlen könnten.”
Es ist lächerlich, wie stümperhaft die Welthungerhilfe vorgeht. Setzen Sie mal statt Männer bzw. Frauen eine beliebige ethnische Gruppierung ein. Klingelts? Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich seid ihr weiterhin platt über die Reaktionen hier, während in Haiti alle sicher alles ganz prima finden, vor allem die Männer.
Von einer Hilfsorganisation erwartet man sich als allererstes Fairness, mithin die Beachtung des Gleichbehandlungsgrundsatzes und nicht die Aufwertung eines Geschlechts als das gerechtere (wörtlich) und demzufolge die Abwertung des anderen, das dann folgerichtig von der Verteilung ausgeschlossen wurde. Euch gehört der Hahn zugedreht, auf dass ihr nicht mit Spendengeldern nach Haiti fliegen könnt, wohl weil ihr sonst nix zu tun habt. Eigentlich kann man heute nur noch an Ärzte ohne Grenzen spenden. Die behandeln wenigstens alle gleich.
Am 10. Februar 2010 um 10:54 Uhr
@ Sabine
In Deutschland zumindest hab ich bisher noch keine Frau getroffen, die noch annähernd kochen konnte…mag sein das es in Haiti anderswo aussieht…
Trotzdem ist es erschreckend, dass das Verhalten von einigen wenigen Männern ausreichen soll, alle anderen Männer in Sippenhaft zu nehmen.
Von wegen friedliche Frauen: In Deutschland bringen Mütter ca. doppelt so häufig ihre Kinder um als Väter…sehr friedlich ja woanders wirds nicht anders aussehen….aber das nurmal am Rande.
Am 10. Februar 2010 um 14:23 Uhr
Das sexistische Verhalten der Welthungerhilfe ist leider nicht so harmlos, wie hier von der Dame/den Damen dargestellt - es folgt einer Doktrin, die schon 1998 beim Hurrican “Mitch” u.A. in Guatemala angewendet wurde!
Dort mußten Männer die zerstörten Häuser wiederaufbauen, der Lohn aber - die Nahrung - wurde den Frauen zur Verteilung gegeben. Und als die Häuser dann fertig waren, wurden diese dann…den Frauen überschrieben! Monate später waren dann die Hilfsorganisationen “überrascht”, daß daraufhin viele enttäuschte und enteignete Männer in die Städte zum Arbeiten gezogen waren, aber kein Geld mehr an ihre Familien sendeten. Der feministische Spaltpilz, mit dem die “Hilfsorganisationen” den Völkern der Welt “westliche Werte” vermitteln wollen, wirkt also schon. Frauenhilfen, Mädchenschulen, Frauendörfer, AIDS-Projekte nur für Frauen…
Es gibt schockierende Mailverkehre von Frauenorganisationen, die diese Katastrophen ganz offen als “Chance zum Umbau der Gesellschaft” bezeichnen. Dafür aber haben sie kein Mandat von den Betroffenen erhalten - die wollen einfach in ihren angeblich so patriarchischen, selbstgewählten Familienstrukturen leben - und nicht im von UNIFEM u.Ä. angezettelten Geschlechterkrieg.
Solange man mit seinen Spenden solche Männerhasserinnen mit durchfüttern muß, sollte man vielleicht nur noch Menschen im Umfeld ganz direkt Gutes tun, die man persönlich kennt. 85% der Obdachlosen sind übrigens Männer.
Am 10. Februar 2010 um 19:13 Uhr
Das Niveau dieses Threads erschreckt mich. Analog dazu würde ich Birgits Beitrag verstehen, wenn ich eine Frau bin? Als Mann würde ich mich - vor lauter Männersolidarität qua Geburt - echauffieren und mit den jungen, randalierenden Männern in Haiti symphatisieren?
Alle bitte nochmal über Los: die Menschen in Haiti brauchen SCHNELLE ÜBERLEBENSHILFE und die, die Familien, die am Bedürftigsten sind, werden in den Stadtvierteln von dort lebenden Menschen identifiziert. Mir drängt sich dazu noch der Verdacht auf, dass der “Erfolg” einer Verteilung tatsächlich daran gemessen werden muss, ob sie geordnet stattfinden kann und die, die bedacht werden sollen, nacher mit Nahrungsmitteln nach Hause gehen.
Und jetzt kommt’s: mit einem bisschen guten Willen könnte dieses Vorgehen als Versuch verstanden werden, die Ewig-Benachteiligten nicht zu diskriminieren!
Bescheuert: In Haiti gehts um das Überleben von Menschen und hier wird doch mit viel Sorgfalt Geschlechterdiskriminierung zur Rechtfertigung von Spendengeiz bemüht? Kocht lieber weiter Euren Brei und verschont uns mit solchen Beiträgen!
Am 10. Februar 2010 um 23:43 Uhr
@ Bastl
Sollen wir jetzt unsere Kochkünste unter Beweis stellen?
Artet das jetzt zum Geschlechterkampf aus? Geht es um eine Essenseinladung?
Von wegen friedliche Männer: In Deutschland werden Kinder vergewaltigt, sogar von Priestern …auch friedlich.
Keiner wird in Sippenhaft genommen, darum geht es gar nicht! Es geht um die Helfer vor Ort, die sich vielleicht (keine Karate oder Judo Kenntnisse, oder was weiß ich besitzen) bei einer Verteilung an das “schwache” Geschlecht sicherer fühlten, da alles geordneter verlaufen ist.
Und das ist Fakt! Die zweite Verteilung verlief friedlich, oder?
Sie auch obige Stellungnahmen. (aber auch das nur am Rande
Am 11. Februar 2010 um 03:01 Uhr
Hallo Birgit, Iris und Sabine,
ich glaube kaum, dass auf diesem blog noch ein männlicher user posten wird.
Deswegen versuche ich abschließend noch ein paar Antworten zu geben…
@Birgit
ja, es ist schon bitter, den Spiegel vorgehalten zu bekommen.
“Und deshalb haben wir uns auch dazu entschlossen, nur an Frauen zu verteilen”
Das ist eine Geschlechterdiskriminierung - und so lange die Welthungerhilfe, das nicht anerkennt und auch nicht als solche benennt und sich nicht von dieser menschenverachtenden Praxis distanziert, so lange kommen für mich Spenden an die Welthungerhilfe nicht mehr in Betracht.
@Iris
Sie setzen sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein?
Na dann, herzlich willkommen im Club, denn das ist genau das, wofür sich hier die Männer engagieren. Denn die Männer hier fordern ja, dass Männern und Frauen der gleiche Zugang zu und die gleiche Verteilung von Lebensmitteln gewährt wird. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn Sie sich übrigens - nach neun Jahren - wieder einmal über den neuesten Stand der Männerrechtsbewegung informieren wollen, kann ich Ihnen die Seite von Manndat (http://www.manndat.de/) empfehlen.
@Sabine
auf Ihre Nachhricht möchte ich nur noch rudimentär eingehen (und fragen Sie mich bitte besser nicht nach den Gründen). Sie schreiben hier vom Naturell der Frauen; ich wollte Ihnen hier an dieser Stelle eigentlich ein paar Zitate aus der einschlägigen Frauenliteratur präsentieren, aber so weit muss man sich auch gar nicht von dieser Haiti-Thematik entfernen. Ein kurzer Blick in einen benachbarten Blog gibt beredt Auskunft über die Beschaffenheit des weiblichen Naturells.
“Isquierda on 3. Februar 2010 said:
Ich finde es ungerecht, dass Männer überhaupt Nahrung bekommen, schließlich haben sie all das Leid in der Welt verursacht und es wäre nur gerecht, wenn sie dafür auch büßen müssten! Leider ist der Feminismus dafür nicht konsequent genug…”
Hier der Link dazu:
falls Sie mir nicht glauben, dass es Menschen mit solch einer Gesinnung gibt.
Ubrigens ist auch die Antwort sehr aufschlussreich. Ich glaube, zu diesem Statement muss man wirklich nichts mehr sagen.
In der Hoffnung, dass bei Katastrophen zukünftig allen Menschen uneingeschränkter Zugang zu Verteilerstationen von Lebensmitteln gewährt wird unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Rasse oder ihres Glaubens. Traurig, dass man das immer noch erwähnen muss.
Freundliche Grüße an Alle.
Günter
Am 11. Februar 2010 um 15:54 Uhr
Liebes Diskussionsforum,
wenn Sie die Worte meines Kollegen Ralph (der sich zurzeit auf der Rückreise von Haiti befindet) als diskriminierend empfinden, so bedauern wir dies sehr. Es liegt uns fern, mit unserer Arbeit die Gefühle von Menschen zu verletzen. Allerdings müssen wir feststellen, dass in Notsituationen besondere Umstände gelten können. Wie in diesem Blog schon häufig berichtet. Auch die Vereinten Nationen haben sich entschlossen, vorübergehend Hilfsgüter hauptsächlich an Frauen zu verteilen.
Siehe folgende Links: http://www.un.org/apps/news/st.....&Cr1=
Wir freuen uns über die rege Diskussion, bitten allerdings darum, dass sie auf einer sachlichen Ebene geführt wird.
Vielen Dank und beste Grüße
Simone Pott
Pressesprecherin Welthungerhilfe
Am 11. Februar 2010 um 15:54 Uhr
Leider konnten wir diesen und weitere unsachliche Kommentare nicht veröffentlichen. Wie unser bisheriger Umgang mit eingehenden Kommentaren zeigt, sind kontroverse Meinungen im Blog willkommen. Wir bitten jedoch noch einmal nachdrücklich um die Einhaltung eines sachlichen Diskussionsstils. Greifen Sie die anderen Diskutierenden nicht an und beleidigen Sie sie nicht.
Am 11. Februar 2010 um 21:22 Uhr
Frau Pott, Sie verlinken auf eine Mitteilung des CEDAW, dem Komitee zum Abbau jeglicher Diskriminierung von Frauen. Sachlich liegt deren Aufgabe nur darin die Menschenrechte von Frauen zu wahren. Es ist wohl nicht weiter verwunderlich wenn diese nur mit Blick auf das Wohl der Frauen argumentieren. Ein Komitee zur Wahrung der Menschenrechte von Männern existiert meines wissens nach in der UN nicht. Erklären Sie mir also bitte wo in der Forderung des CEDAW die spezifische Situation der Männer beachtet wurde? Die Antwort darauf kann ich mir selber geben, nämlich Männer wurden nicht beachtet weil das gar nicht im Aufgabenbereich des CEDAW liegt. Genau so wie es in keinem anderen Komitee die Aufgabe ist.
Davon abgesehen, lese ich auch bei Anfrage anderer Hilforganisationen immer wieder nur, dass man Lebensmittel ausschließlich an Frauen verteilt weil das auch die UN und das World Food Programm so machen. Oder wie in dem Kommentar von Birgit Zeitler, weil das die haitianischen Helfer so vorgeschlagen hätten. Dazu kann ich nur sagen, hören sie doch bitte damit auf die Schuld auf andere abzuweisen. Es ergibt ein groteskes Bild wenn jede Hilfsorganisation die Schuld auf eine andere oder die UN schiebt, aber wirklich Schuld ist wiederum niemand.
Für mich ist es nicht mehr nachvollziehbar, dass tatsächlich niemand der westlichen Helfer es schafft sich gegen diese Idee, nur an Frauen zu verteilen, zu stellen und zu sagen das geht nicht weil damit Männer diskriminiert, benachteiligt und bedroht werden. Stattdessen nimmt man es billigend in Kauf. Wie man ebenso in dem Kommentar von Birgit Zeitler nachlesen kann, war der Grund dafür ein ganzes Geschlecht unter Generalverdacht zu stellen, “ein kleiner Teil junger, starker Männer die Frauen verdrängt haben”. Ich frage mich tatsächlich wo die Prioritiäten der Hilfsorganisationen liegen, entweder darin Menschen zu helfen oder doch nur darin Hilfe für Frauen zu gewährleisten?
Was mich noch weiter entsetzt ist, dass selbst Männer die keine Frau haben oder die verstorben ist, tatsächlich eine andere Frau bitten müssen für sie die Lebensmittel abzuholen. Es ist schön, dass von Birgit Zeitler klargestellt wurde wie die Hilfen für diese Männer ohne Frauen tatsächlich gewährleistet wird. Trotzdem kann man sagen, dass hier die Hilfen einzig und allein für Frauen gewährleistet ist. Männer, egal ob ledig oder mit Familie, haben hier das Nachsehen und sind voll und ganz von Frauen abhängig.
Notsituationen wie in Haiti werden sicherlich immer zu besonderen Umständen führen. Trotzdem sollte auch hier gerecht und fair gehandelt werden. Und das heißt, dass nicht nur Männer sich hinten anstellen müssen, sondern auch Frauen. In Haiti wird aber nach dem Titanic-Prinzip verfahren. Alte, Kranke, Kinder und Frauen zuerst und wenn danach noch etwas Platz im Boot ist kommen die Männer.
Am 12. Februar 2010 um 11:08 Uhr
Als ich las, dass die Welthungerhilfe Nahrungsmittel in Haiti nur noch an Frauen verteilen lässt, konnte ich das zuerst kaum glauben. Gerade in einem Land, das durch eine solche Katastrophe derartig getroffen ist, wo die Menschen derartig leiden und verzweifelt sind, gerade dort jetzt auch noch ein solcher Sexismus, eine solche Diskriminierung von Männern, eine solche demonstrative Herabwürdigung aufgrund des (männlichen) Geschlechts ? Wie sehr wird das die Männer in Haiti demoralisieren, die sich jetzt minderwertig und ausgegrenzt fühlen müssen und deren Energie und Kraft für den Wiederaufbau ihres Landes doch GESTÄRKT werden sollte ? Wieviel Spannungen und Argwohn werden durch solch eine einseitige Bevorzugung von Frauen zwischen den Menschen dort gesät ? Wie sehr wird hierdurch und durch die Berichterstattung darüber die Verbreitung eines völlig verzerrten, negativen Männerbildes in der ganzen Welt bewirkt ? Unglaublich - wie kann eine Organisation, die doch nach eigener Aussage HELFEN will, SO etwas tun ?
Nachdem ich mich nun durch Lesen zahlreicher Hintergrundquellen informiert habe, verdichtet sich bei mir nun mehr und mehr der unheilvolle Eindruck, dass ein solches Vorgehen kein Zufall ist, sondern einem erschreckenden System zu folgen scheint, das offenbar insbesondere auch in der UNO verankert ist. Das Prinzip scheint zu sein, die zeitweilige Hilflosigkeit durch Katastrophen gebeutelter Länder auszunutzen, um “Genderpolitik” zu betreiben, Männer zu schwächen, in Abhängigkeiten von Frauen zu treiben und bis zu einem gewissen Grade eine dauerhafte Diskriminierung von Männern zu installieren. In den vorangehenden Beiträgen wurde schon auf die Sub-Organisation der UNO, UNIFEM und ihre feministische Ideologie hingewiesen, es wurde bereits aus Mails von Frauen zitiert, die in masslosem Zynismus eine solche Katastrophe wie in Haiti als “Chance zum Umbau der Gesellschaft” bezeichnen, es wurde auf die Vorgänge in Guatemala nach dem furchtbaren Hurrican “Mitch” hingewiesen. Ich finde solch ein Denken, Notlagen von Völkern für die Verbreitung von Ideologien auszunutzen schrecklich und ZYNISCH, Männer in derartigen Katastrophengebieten sollten GESTÄRKT und ERMUTIGT und nicht diskriminiert werden, denn SIE haben die Hauptlast des Wiederaufbaus zu tragen.
Es bleibt einem in solch einer Situation dann wohl nichts Anderes, als den leidenden und dazu auch noch diskriminierten Männern in Haiti einen zutiefst traurigen aber entschlossenen Gruß zuzurufen - lasst euch nicht unterkriegen und demoralisieren ! Diese Verachtung, die Euch entgegenschlägt, ist ungerechtfertigt ! Männer sind es, die für Familien sorgen und sich aufopfern, Männer sind es, die Frauen und Kinder schützen, Männer haben den Frauen schon immer die Plätze in den Rettungsbooten überlassen, Männer waren schon immer besonders selbstlos und gerecht !
Viele Menschen ziehen aus diesen bekannt gewordenen Vorgängen ihre Schlüsse und werden in Zukunft genau darauf achten, an wen sie spenden, so dass auch IHR nicht mehr benachteiligt werdet !!!!
Am 12. Februar 2010 um 17:11 Uhr
Ich finde es sehr schade, dass der Blog zu diesem Beitrag missbraucht wird und es gar nicht mehr um Haiti und die Opfer der Erdbebenkatastrophe geht.
offensichtlich ist hier eine Männerrechtsgruppe der unangenehmsten Sorte am Werke, die vollkommen in Biologismen und Geschlechterstereotypen verhaftet ist und mit jedem Blogbeitrag weiter eifrig an der Konstruktion der eigenen Benachteiligungsbiographie bastelt. Feminismus ist ja sooo doof und ungerecht
Eine interessante Perpsektive auf Männerpolitiken und die Frage, wie eine antisexistische Männerarbeit aussehen könnte (ohne Rollenklischees, Antifeminismus und biologistischem Männlichkeitswahn) bietet der Aufsatz:
“Männer entdecken sein Geschlecht – Überlegungen zu antisexistischer Männerpolitik und Alltag” in A.G. Gender-Killer (Hg.): Das gute Leben- Linke Perspektiven auf einen besseren Alltag. Unrast Verlag.
Ansonsten finde ich, dass sich die Kolleginnen und Kollegen der Welthungerhilfe schon geduldigst genug mit obigen Herrschaften herumgeschlagen haben und ich eine weitere Diskussion an dieser Stelle völlig unpassend finde.
Am 12. Februar 2010 um 23:52 Uhr
Hallo,
eigentlich wollte ich hier nicht mehr meine Meinung kundtun.
Aber ist es nicht so, dass auch alleinstehende Männer Familie haben? Sind sie denn nicht Sohn, Bruder, Onkel, Schwager oder Neffe? Somit sollte dann doch auch der Kontakt zu Lebenmitteln hergestellt sein. Ich kann mir nicht vorstellen (auch nicht in Haiti), dass man einfach so Familie (sei es Mann oder Frau) verhungern lässt. Ich denke eher, dass man in Not mehr zusammenrückt.
Ich bin keine Feministin und distanziere mich von unterstellten Links, wie Isqidera said…..
Ich bin fast 25 Jahre verheiratet und führe eine ganz normale Ehe. Und falls Deutschland einmal eine Katstrophe treffen würde, dann würde sich ganz klar mein Mann anstellen. Aber falls es dann zu Problemen kommen würde (wir wohnen in einem Spätaussiedler Gebiet, will da aber nichts unterstellen, und habe die besten Erfahrungen gemacht), dann würde ich eben gehen und meine Familie, wie auch meine behinderten Eltern, versuchen zu unterstützen.
So einfach…..
Haben es vielleicht auch die Haitianer gesehen ……….
Am 14. Februar 2010 um 02:48 Uhr
Ehrlich gesagt kann ich es auch nicht nachvollziehen, warum Sie auf andere Hilfsorganisationen verweisen, die nach dem gleichem Schema verfahren. Eine Diskriminierung ist doch nicht deswegen weniger verwerflich, nur weil andere Hilfsorganisationen auch diskriminieren; das Gegenteil ist der Fall.
Ich habe kürzlich in einem Forum zum Haiti-Thema folgende Äußerung gelesen, der ich mich nur anschließen kann.
“Es ist schon interessant, wie aus den KämpferInnen gegen Sexismus die größten SexistInnen wurden. Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Männer gilt”.
Mittlerweile frage ich mich wirklich, was den Hilfsorganisationen eigentlich wichtiger ist; Hilfe zu leisten oder feministische Ideologien zu verbreiten!
Grüße Günter